Das Brot wächst. Das Wasser fließt. Der Wein reift. Biere und Schnäpse gären und trennen, bis sie da sind... Wir müssen auch da sein... breit aufgestützt am Tisch Werbesprache? Propaganda fürs Schlaraffenland – und dann kein Wort von den Grießbreimauern, durch die wir uns erst essen müssen, von den Kuchenbergen, den Milchbächen, die zu bewältigen sind? Nicht doch! Frankens gebratene Tauben fliegen einem leichter in den Mund: Der Reiseprospekt „Reichtum am Wege“ des Fremdenverkehrsverbandes Nordbayern verspricht es Schwarz auf Weiß. Da gibt’s Bratwürste mit Kren und Kraut, Stadtwurst mit fränkischem Bier im Schatten der Nürnberger Kaiserburg; Schweinfurter Schlachtschüssel mit Most und Zwetschgenwasser am Rand eines Kornfelds im Steigerwald; daumendicke „Meefischli“ – frisch aus dem Netz – am Ufer des Mains, Liebe, so sagt man, gehe durch den Magen; warum das Urlaubsglück nicht ebenso? Und – was den Augenschmaus betrifft, so fehlt’s auch nicht an einem „Tischlein deck dich“ dieser Art. In Franken ist gut Sattwerden, Man merke nur: ein voller Bauch... ist schwer zu Fuß. Und auch: Prospekte können auch anders sein.

Ein Ferienort gilt nicht selten als Goldgrube – für Hoteliers und Gastronomen. In Finnland wird jetzt zum ersten Male auch der anderen, der bisher benachteiligten Seite gedacht – des Touristen, praktisch und nicht im merkantilen Sinne. In einem neuen Feriendorf am Lemmenjoki hat er Gelegenheit, sich als Goldwäscher zu betätigen. Er darf im Blockhaus wohnen und für 26 Mark (Doppelzimmer mit Vollpension) sein Glück machen. Ein Rat an Interessenten: Hans im Glück brach gar nicht erst ohne Goldklumpen auf (das mit der Gans am Schluß ist schließlich seine Sache!); wem eine güldene Heimkehr vorschwebt, der mache es ihm nach. Denn, wie die Quartierleitung verlauten ließ, bestünden nicht einmal Chancen, die Hotelrechnung mit dem Wert der geschürften Goldbrösel zu begleichen.