Von Willi Bongard

Die „Deutsche Mark – Erste Zeitschrift mit Warentests“ – darf für sich in Anspruch nehmen, der bundesrepublikanischen Wirtschaft einen neuen Akzent gegeben und die Konsumgiterindustrie im besonderen mit einem Ferment versehen zu haben, dessen offizielle Anerkennung – durch die Gründung eines staatlichen Testinstituts – unmittelbar bevorsteht.

Man wird diese Feststellung einmal treffen müssen, selbst auf die Gefahr hin, sich den Zorn aller derjenigen zuzuziehen, deren „Kreise“ durch diese Zeitschrift gestört und deren Geschähe möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Mit den Warentests ist ein zusätzliches Wettbewerbselement in die Wirtschaft getragen worden, das – so unbequem es im Einzelfalle auch sein mag – mit dem Blick auf das Ganze begrüßt werden muß.

Die „Deutsche Mark“ hat das vollbracht, was man eine Pionierleistung nennt. Es schmälert nichts an ihrem Verdienst, wenn sie sich zunächst an ausländischen Vorbildern orientiert hat und nun ihrerseits Nachahmung findet.

Ein um so größerer Jammer ist es, mit anzusehen, wie diese Zeitschrift sich von ihrer unsprünglichen Zielsetzung immer weiter entfernt und das Vertrauen mutwillig zerschlägt, das sie sich – mühsam genug – bei vielen Lesern erworben hat.

Wir haben bisher mit unserem Urteil zurückgehalten, weil wir meinen, daß es einer Zeitung schlecht zu Gesicht stehe, einer anderen am Zeuge zu flicken. Mittlerweile sehen wir uns jedoch zu einer Stellungnahme herausgefordert.

Die Redaktion der „Deutschen Mark“ beklagt sich in der Form einer „Tagebuch“-Notiz darüber, daß sie mit ihren Prozessen nicht genügend Publizität finde. „Was die wohl gegen uns haben?“ Mit „die“ sind die anderen Zeitungen gemeint, also auch die ZEIT.