Die Hessische Landesbank – Girozentrale – befaßt sich in ihrem Geschäftsbericht 1962 unter anderem mit dem Wirtschaftsbericht der Bundesregierung. Es heißt in diesem Zusammenhang, daß, wenn man in Bonn an dem Ziel der Erhaltung einer annähernden Geldwertstabilität ernsthaft festhalten wolle, man sich dort fragen sollte, ob die Bundesregierung nicht verpflichtet wäre, gewisse, ihrem Bericht zugrunde liegerde Hypothesen als mit diesem Ziel unvereinbar, anzuerkennen und dementsprechend ihr wirtschafts- und etatpolitisches Verhalten anders als geplant, zu gestalten. Die Ratschläge, die die Bank hierzu gibt, sind nicht gerade neu, trotzdem aber aktuell. Sie besagen nichts anderes, als daß auch die Bundesregierung den Maßhalteappell für sich als verbindlich ansehen sollte. Das Volumen der öffentlichen Haushalte müsse so auf die allgemeine Wirtschaftsentwicklung abgestimmt werden, daß Preissteigerungstendenzen nicht von ihm ausgehen können. – Der Chef der Hessischen Landesbank, Staatssekretär a. D. Lauffer, ist nach einem mit menschlichen Erfahrungen genügend ausgefüllten Leben zweifellos abgeklärt genug, um nicht die Hoffnung zu hegen, daß seine Ausführungen Wunder zeitigen und die Entwicklung in ihrer Grundlinie wenden können. –

Als Realkreditinstitut interessiert die Bank in erster Linie das Bauwesen. Hierzu vermerkt sie in ihrem Bericht, daß in den letzten vier Jahren die Wohnungs-Baupreise um nahezu ein Drittel gestiegen sind. Bei der „Baumark“ könne man nicht von einer „schleichenden“, weit eher von einer „trabenden“ Inflation sprechen. Das könne nicht so weiter gehen, es müsse etwas getan werden. Im scharfen Gegensatz zu einer antizyklischen Finanzpolitik sei in den letzten Jahren der Anteil der öffentlichen Bauten an den Arbeitsleistungen im Baugewerbe ständig gestiegen.

Mit solchen Hinweisen und Erklärungsversuchen vermag sich der normaleBausparer nicht zu trösten. Er sieht meist, wenn er am Ziel seiner Spartätigkeit angelangt ist, daß das, was er von der Bausparkasse erhält, für die zweite Hypothek nicht ausreicht. Sicher, er kann einen Anschluß-Bausparvertrag abschließen; es ist sogar möglich, ihn zu bevorschussen. Die privaten Bausparkassen versuchen auf diese Weise zu helfen. Nicht immer kommen sie damit zum Ziel. Die zweite Hypothek muß nämlich in zehn Jahren getilgt sein. Das bedeutet eine Belastung, die heute vielfach ein Mann mit mittlerem Einkommen nicht zu tragen vermag. Die der Hessischen Landesbank angeschlossene Sparkasse geht deshalb andere Wege und zwar nicht nur für den Bausparer, sondern auch für die private Wohnungsbaugesellschaft. Sie gewährt Sofortdarlehen zur Finanzierung der zweiten Hypothek, bei denen sich die Tilgungsfrist über eine längere Zeit, in der Regel über 18 Jahre, erstreckt. Zinsbelastungen und Amortisation lassen sich so auf etwa 12 % herunterdrücken. Rechnet man die Steuerermäßigung hinzu, die bei der Koppelung mit einem Bausparvertrag möglich ist, dann sinkt die Belastung auf 10 %.

Die Nachfrage nach Sofortdarlehen ist erheblich. In der Bilanz der Bausparkasse hat diese Position bereits die der Bauspardarlehen überschritten. Die Bausparkasse muß sich selbstverständlich refinanzieren. Sie hat am Kapitalmarkt erhebliche Beträge als Leihgeld aufgenommen. Solche Mittel erhält sie auch, denn als öffentlichrechtliches Unternehmen und als Abteilung der Hessischen Landesbank ist sie eine erstklassige Adresse. W. R.

*

Die Lübecker Hypothekenbank AG, Lübeck, zählt mit einer Bilanzsumme von knapp 185 Mill. DM zu den kleineren und jüngeren Hypothekenbanken, denn erst 1927 wurde das Institut gegründet, dessen Aktienkapital heute zu 75 % von der Handelsbank in Lübeck und zu 25 % von der Schleswig-Holsteinischen Westbank gehalten wird. Unverändert 14 % Dividende gönnen sich die Großaktionäre. Auch die Rücklagen wurden wie seit Jahren um 0,75 % Mill. angereichert, so daß sie nunmehr mit 5,25 Mill. DM das Grundkapital von 2 Mill. DM um das 2,6fache übertreffen.