Willy Bongard: „Engel hinter’m Scheibenwischer“, ZEIT Nr. 13

Der Gebetstext, den Herr Bongard aus „schuldigem Respekt vor der Kirche“ nicht charakterisieren möchte, stammt aus dem Buch „Herr, da bin ich“ des französischen katholischen Arbeiterpriesters Michel. Quoist (deutsche Ausgabe S. 45), meiner Meinung nach ein ausgezeichnetes Beispiel für die Überwindung des verhängnisvollen Gegensatzes sakral-profan, der leider, trotz berechtigter Kritik, auch hinter diesem Artikel steht.

Jochen Hensel, stud. theol., Düsseldorf

Es ist gut, wenn der evangelischen Kirche abgeraten wird, schlechte Werbung zu treiben. Die in dem Artikel angeführten Beispiele sind tatsächlich abschreckend. Auch dem Hinweis ist zuzustimmen, die Kirche solle vor allem ihr „Angebot“ überprüfen. Aber Willi Bongard übersieht dabei, daß sich in der Verkündigung der Kirche schon vieles geändert hat. Hat er davon vielleicht nichts erfahren, weil ihn die Kirche über Inhalt und Stil ihrer Verkündigung bisher mangelhaft informiert hat? Ist gute Werbung nicht weithin auch Information? Warum soll das der Kirche verwehrt sein?

Viele Menschen nehmen Anstoß an der gegenwärtigen Gestalt der Kirche und kommen dadurch gar nicht zum Hören der Verkündigung. Warum sollen nicht Meinungsforscher mithelfen, die genauen Gründe für die allgemeine Fremdheit gegenüber der Kirche herauszufinden? Es ist wenig sinnvoll, das alles mit Jahrmarktmethoden zu vergleichen. Damit werden nur die Kräfte innerhalb und außerhalb der Kirche unterstützt, die sich eine möglichst antiquierte Kirche wünschen.

Klaus-Peter Mücke, Dillenburg

Rat für Lohengrin