Angesichts des seit Jahren anhaltenden hohen Geschäftszuwachses in der Lebensversicherung – der Gesamtbestand der deutschen Lebensversicherung hat sich in den letzten fünf Jahren auf rund 15 Mrd. DM verdoppelt – gewinnen für die Lebensversicherungen zunehmend die Faktoren an Bedeutung, die auf ihre Anlagenpolitik einwirken. So wendet sich auch die Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, in ihrem Jahresbericht für 1962 gegen die Kritik an dem Schuldscheingeschäft der Versicherungen. Die Anlagepolitik der Versicherungen erfülle die Forderung nach einem Höchstmaß an Sicherheit für die Versicherten, so daß eine Änderung der bewährten Diziplinen nicht geboten sei. Das gelte auch für die Schuldscheinkredite, deren Zunahme vor allem auf die noch nicht beseitigte Wertpapiersteuer zurückzuführen sei.

Das Versicherungsgeschäft der Allianz Leben war 1962 gekennzeichnet durch eine im Vergleich zum Jahr 1961 geringere Zunahme des Neugeschäfts um nur 11,5 % auf 2,26 Mrd. DM Versicherungssumme (nach 24 % Zuwachs 1961) und durch eine kräftigere Steigerung der Beitragseinnahmen um 18 (14,5) % auf 587,8 Mill. DM. In beiden Positionen schlagen sich die Auswirkungen der Handwerker-Befreiungsversicherung nieder, die das Neugeschäft 1961 außergewöhnlich stark wachsen ließ und 1962 durch die höheren Prämien älterer Handwerker den Beitragseinnahmen Auftrieb gab. Hinzu kam ein günstiger Sterblichkeitsverlauf – die Versicherungsleistungen stiegen nur um 8,4 % auf 155 Mill. DM –, so daß der Gesamtüberschuß um 16 % auf fast 160 Mill. DM zunahm, zumal der hohe Beitragszuwachs auch die Rationalisierung förderte und trotz höherem Personalaufwand eine Senkung der Verwaltungskosten von 7,45 auf 7,15 % der Beitragseinnahmen ermöglichte. Der größte Teil des Überschusses (156,7 Mill. DM) geht wieder in die Gewinnreserve der Versicherten, die damit 505,6 Mill. DM erreicht. Die Beibehaltung der Dividende mit 14 % erfordert auf das von 12,5 auf 22 Mill. DM erhöhte Kapital diesmal 3,08 (1,71) Mill. DM.

Auch für dieses Jahr ist die Allianz Leben optimistisch. Obwohl die Kälte den Außendienst behinderte, konnte das Neugeschäft auf Vorjahreshöhe gehalten werden. Der Versicherungsbestand, der zum Jahresende 12,36 Mrd. DM betrug, hat sich bis jetzt auf 12,7 Mrd. DM weiter erhöht. C. D.