Aber vor dem Schnupfen gibt es noch keinen Impfschutz

Aus den Vereinigten Staaten kommt die Nachricht, daß das US-Gesundheitsamt zwei Masern-Impfstoffe freigegeben hat. Der eine – er besteht aus lebenden abgeschwächten Masernviren – braucht nur einmal injiziert zu werden und soll dann vier Jahre lang wirksam bleiben. Allerdings darf dieser Stoff in manchen Fällen, zum Beispiel bei Überempfindlichkeit, während der Schwangerschaft oder bei Leukämie, nicht geimpft werden.

Unschädlich ohne Ausnahme soll dagegen die Vakzine aus abgetöteten Viren sein, die allerdings dreimal, in Abständen von je einem Monat, geimpft werden muß und dann auch nur einen Schutz für die Dauer von etwa sechs Monaten gewährt.

Die amerikanische Gesundheitsbehörde empfiehlt, daß möglichst alle über neun Monate alten Kinder, die noch keine Masern hatten, im Laufe der nächsten zwei Jahre geimpft werden.

Von großer Bedeutung wird die Möglichkeit, gegen Masern impfen zu können, für die unterentwickelten Gebiete sein, in denen über die Hälfte aller von Infektionskrankheiten hervorgerufenen Todesfälle auf Masern zurückzuführen sind. Die allgemein für harmlos gehaltene Kinderkrankheit fordert jährlich mehr Menschenleben als vor dem Beginn der allgemeinen Polio-Impfung auf das Konto der Kinderlähmung kamen.

Die Entwicklung der beiden Masern-Impfstoffe hat, nachdem es dem Nobelpreisträger John F. Enders gelungen war, das Masern-Virus zu isolieren, fast zehn Jahre gedauert.

„Das wäre nun geschafft“, meint Dr. Charles Vernig, einer der amerikanischen Virologen, die an der Entwicklung der Vakzine beteiligt waren, „jetzt wollen wir uns mit aller Energie dem Schutz vor der ganz gemeinen Erkältung zuwenden.“