DARMSTADT (Ernsf-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe):

„Bauhaus-Graphik“

Das Bauhaus-Archiv, das vor zwei Jahren auf der Mathildenhöhe eröffnet wurde, zeigt bis zum 26. Mai „Arbeiten aus der graphischen Druckerei des Staatlichen Bauhauses in Weimar 1919–1925“. über 200 graphische Blätter von den Bauhaus-Meistern, von Studierenden, von befreundeten deutschen und ausländischen Künstlern, darunter alle zehn Bauhaus-Mappen, die heute zu den gesuchtesten Objekten auf dem internationalen Kunstmarkt, bei Museen und Sammlern gehören. Die Leitung der Druckerei hatte Lyonel Feininger. Er selber ist mit einer Sonderserie von zwölf Holzschnitten vertreten, Gerhard Marcks mit zehn Holzschnitten zum Wielandslied. Kandinskys berühmte Serie „Kleine Welten“ ist dabei, von Schlemmer die sechs Lithographien „Spiel mit Köpfen“. Die bisher unbekannte Zweite Bauhaus-Mappe, die ausschließlich Franzosen bringen sollte, ist von Hans Maria Wingler, dem Direktor des Archivs, in Teilen wieder aufgefunden worden. Er zeigt drei Blätter von Léger, Marcoussis und Survage. Die Ausstellung will eine „Übersicht über das fast schon legendär gewordene graphische Schaffen des Bauhauses“ geben. Außerdem bittet das Archiv, daß sich Sammler, die Einzelblätter aus der Bauhaus-Druckerei besitzen, bei ihm melden, weil ein Gesamtkatalog der Bauhaus-Graphik geplant ist.

ESSEN (Museum Folkwang):

„Hill / Adamson“

Auch wenn man dazu neigt, die Photographie nicht als „Kunst“, als eine der bildenden Künste, zu betrachten und dementsprechend Photo-Ausstellungen nicht unter die Kunstausstellungen zählt, dann wird man David Octavius Hill jedenfalls als die Ausnahme von der Regel gelten lassen. Der Schotte Hill lebte von 1802 bis 1870. Er war ein gesuchter, aber mittelmäßiger Landschaftsporträtmaler, der sich der neuen Technik der Photographie bzw. Calotypie als Hilfsmittel für seine Malerei bedienen wollte und sich deshalb mit dem gelernten Calotypisten Robert Adamson zusammentat. Seine Malerei ist untergegangen, seine photographischen Aufnahmen, Einzelporträts und Gruppenbilder, gelten als „Inkunabeln der Photographie“. Unter diesem (von Alfred Lichtwark vor 60 Jahren geprägten) Titel sind sie bis zum 15. April in Essen ausgestellt. Über 200 Nummern aus Sammlungen in Edinburgh, Essen, Dresden, Hamburg und Leiden. Sie sind unheimlich lebendig und auch stilisiert, in der Komposition, in der Linienführung bewußt gestaltet, der Kontrast von Schärfe und Unschärfe wird souverän ausgespielt, sie wirken „wie gemalt“ – kein Wunder, daß die Maler damals häufig zur Photographie überwechselten. g. s.

MÜNCHEN (Haus der Kunst):