Die Villa liegt auf einem Frankfurter Parkgrundstück. Sie gehört dem Deutschen Fußballbund. Hier sind am vergangenen Wochenende wichtigere Entscheidungen gefallen als auf allen deutschen Fußballfeldern zusammen.

In Frankfurt, Zeppelinallee 77, versammelten sich die wichtigsten Gremien des Deutschen Fußballbundes (DFB) der Vorstand und Aufsichtsrat. Zwei Tage beriet das Fußballkonsortium, und als sich die gepolsterten Türen öffneten, gab es der deutschen Öffentlichkeit wesentliche Beschlüsse kund:

1. Die Bundesliga wird 16 Vereine umfassen. Ausnahmen: Sollte ein jetzt noch nicht auserkorener Verein das Endspiel erreichen, wird die Zahl auf 18 erhöht.

2. Allen Vereinen, die sich gegen das Vertragsspielerstatut vergangen haben, wird Gnade vor Recht zuteil; die Generalamnestie soll den deutschen Fußball befrieden.

3. Zwei aus der Anwärterliste für die Bundesliga bereits gestrichene Vereine, der VfR Mannheim und Rot-Weiß Oberhausen, werden in den Wartestand zurückversetzt.

Für jeden dieser drei Beschlüsse hat der DFB gewichtige Gründe: Eine Bundesliga aus 16 Vereinen (und nicht 18 oder gar 20) soll den Terminplan aus steter Klemme befreien. Bisher war für die deutschen Fußballklubs und auch für die Nationalmannschaft nicht viel Spielraum, um internationalen Verpflichtungen nachzugehen.

Das mit der Gnade für alle Sünder – und Sünder sind sie alle – hat nicht nur den sentimentalen Beweggrund: Schwamm drüber, euch sei vergeben, eure Taten seien vergessen – der Milde Ursache hat auch einen handfesten Hintergrund. Da sich nämlich noch 20 Vereine um sieben Bundesligaplätze bewerben, wird sich die Zahl der Unzufriedenen unausbleiblich auf dreizehn beziffern. Und könnte nicht einer in seiner herben Enttäuschung auf den anderen weisen? Denn ohne Fehl ist – wie gesagt – keiner. Dem ist durch die Generalamnestie vorgebeugt, schmutzige Wäsche wird nicht mehr gewaschen ...