Der Royal Dutch N. V. Koninklijke Nederlandsche Petroleum Maatschappij in Den Haag sind für 1962 an Dividenden etwa 520 nach vorjährig 435 Millionen Gulden zugeflossen. Das ist das Ergebnis der Arbeit der in allen Ländern der freien Welt tätigen mehr als 500 Gesellschaften der Royal Dutch/Shell Gruppe, an der die holländische Gesellschaft, deren Aktien auch an westdeutschen Börsen gehandelt werden, zu 60 % beteiligt ist. Die restlichen 40 % liegen bei der britischen Shell Transport and Trading Company. Der erhöhte Gewinnzufluß ermöglicht es der holländischen Gesellschaft, jede der im Umlauf befindlichen rund 81 Millionen Stammaktien im Nominalwert von 20 Gulden mit 6,25 Gulden Dividende zu bedenken. Das ist immerhin ein voller Gulden mehr als im Vorjahr.

Für die Rührigkeit der Gesellschaften der Gruppe spricht, daß sie ihren Absatz an Rohöl- und Erdölprodukten um 11,8 % steigern konnten, wogegen sich der gesamte Erdölverbrauch außerhalb des Ostblocks nur um 8 % ausgeweitet hat. Allerdings ist der Mengenabsatz stärker gestiegen als die Bruttoerlöse (+ 8 % auf 3002 Mill. Pfund Sterling), da die Gesellschaften auf vielen Märkten nur zu gedrückten Preisen verkaufen konnten. Das gilt vor allem für die petrochemischen Erzeugnisse.

Wenngleich nach Ansicht der Verwaltung auf längere Sicht sich die Nachfrage nach chemischen Produkten auf Erdölbasis noch schneller erhöhen wird als der Bedarf an Rohöl, hat die petrochemische Industrie gegenwärtig eine Durststrecke zu überwinden: Die Hersteller seien im allgemeinen bei der Abschätzung ihrer Absatzaussichten zu optimistisch gewesen. Eine bedenkliche Überkapazität für eine Anzahl von Produkten und damit ein scharfer Wettbewerb seien die Folgen. Indes liegen, wie es heißt, Anzeichen dafür vor, daß sich die Preise für einige Erzeugnisse stabilisieren dürften, so daß in den kommenden Jahren mit besseren Erlösen zu rechnen sei.

Den erlösmindernden Faktoren hat die Gruppe aber durch Rationalisierungsmaßnahmen zumindest teilweise entgegenwirken können. Weitaus weniger stark als der Gesamtumsatz sind nämlich die Betriebs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten nur um ein Prozent gestiegen. Bei den Raffinerien, die ihren Durchsatz um 6,4 % erhöhten, seien die Betriebskosten sogar um 2 % gedrückt worden. Diesem Bemühen um Rationalisierung ist es mit zu danken, daß das Nettoergebnis mit 205 Millionen Pfund um knapp 10 % höher als im Vorjahre liegt. Das Nettoergebnis je Liter Umsatz allerdings hat sich von 0,29 auf 0,28 Pence verringert.

Erhebliche Mittel hat die Gruppe wieder für Investitionen aufwenden müssen, nämlich 295 (270) Mill. Pfund bei den konsolidierten Gesellschaften. –t.