In der ZEIT Nr. 14 wurde unter der Überschrift „Schwerer Verweis“ zu der Kontroverse Stellung genommen, die sich zwischen dem Bundesverteidigungsministerium und dem Institut „Finanzen und Steuern“ am Verteidigungsetat 1963 entzündet hat. Was hat sich abgespielt? Das Institut „Finanzen und Steuern“ übte Kritik am Verteidigungshaushalt. Das Verteidigungsministerium setzte sich zur Wehr. Daraufhin kam es zu einer Aussprache und „gemeinsamen Erklärung“ des Instituts und des Ministeriums. Darin heißt es: „Das Institut hat sich bei dieser Besprechung davon überzeugt, daß beim Verteidigungshaushalt eine objektive, den Anforderungen entsprechende Veranschlagung vorliegt, daß von der Haushaltsseite her ein starker Druck zu einer sparsamen Ausgabenwirtschaft ausgeht und daß das fortdauernde Bestreben des Ministeriums darauf gerichtet ist, in seinem Bericht an der Rationalisierung im Sinne der vom Institut geäußerten Überlegungen zu arbeiten“.

Das Institut hielt also seine Kritik nicht aufrecht. Es überzeugte sich davon, daß ihm bei seiner Kritik keine zuverlässigen Unterlagen zur Verfügung standen. In der gemeinsamen Erklärung heißt es dazu: „Es wurde vom Verteidigungsministerium anerkannt, daß das Institut in seiner Schrift auf Grund der Unterlagen, die ihm bei ihrer Abfassung zur Verfügung standen, davon ausgehen konnte, daß seine Darlegungen real sind.“ Sachliche Vorwürfe gegen das Ministerium waren nach dieser Verständigung aber nicht mehr am Platze.

Der ZEIT blieb es vorbehalten, daraus noch eine Glosse mit der Überschrift „Schwerer Verweis“ zu machen und dem Ministerium darin vorzuwerfen, es habe sich im Zorn mit militärisch knappem Ton ungebührlich gegen das Institut gewandt. Der in der Glosse dazu zitierte Satz aus dem ministeriellen Schreiben ist leider unvollständig und falsch wiedergegeben. Er lautet vollständig: „Ich kann, um eine Wiederholung dieses Vorkommnisses zu vermeiden, nur die Bitte aussprechen, daß die Autoren Ihres Instituts, wenn es sich um Haushaltsfragen meines Ressorts handelt, mit der Leitung oder den Referenten der Haushaltsabteilung vorher Fühlung nehmen, und ich darf Ihnen gleichzeitig versichern, daß Ihnen dann jede sachdienliche Auskunft bereitwilligst gegeben werden wird.“

Kann dem Ministerium, wenn es so schreibt, wirklich vorwurfsvoll nachgesagt werden, es müsse lernen, daß in einem demokratischen Staatswesen auch die Verteidigungsausgaben der Kritik unterworfen sind?

Der Brief stand der Redaktion übrigens ebenso wie die oben zitierte Erklärung im Originalwortlaut zur Verfügung.

Es ist unverständlich, wie aus einer solch unrichtigen Darstellung dann auch noch spekulative Folgerungen gezogen werden, das Ministerium habe sich zu einer quasi Entschuldigung durchgerungen, um weiteren Enthüllungen vorzubeugen.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diesen Brief Ihren Lesern zur Kenntnis geben würden,“