In Ihrer Ausgabe Nr. 13 ist von Walther Weber mit dem Artikel „Von den Zinsen soll man leben“ ein Thema angesprochen worden, auf das mancher Politiker – hoffe ich – allergisch reagieren dürfte und das vielen Sparern die Augen öffnen sollte.

In den Sparkonten-Abteilungen der Banken wie auch bei Sparkassen wird man diesen Gedanken wohl nicht so weit im Gespräch mit dem Kunden verfolgen, wie dies Herr Weber möchte.

Wenn ich mich mit Kunden über dieses Thema unterhalte, führe ich im allgemeinen noch einen zweiten Punkt an, und zwar die Steuern. Gemeint ist hierbei nicht nur die abzugsfähige Vermögensteuer, sondern auch die Einkommenbzw. Kirchensteuer. Wenn Sie diese mit ins Kalkül ziehen, so spitzt sich das Problem „Von den Zinsen soll man leben“ bei den Sparguthaben so zu, daß man zu dem Ergebnis kommt, der Sparer erhält effektiv keine Verzinsung, sondern muß sogar einen Teil seines sonstigen Einkommens hinzulegen, um eine Verminderung der Kaufkraft seines Sparguthabens zu vermeiden. Nachstehend sei dies an zwei Beispielen einer nicht substanzgesicherten Sparanlage demonstriert. Dabei gehe ich davon aus, daß es sich um einen verheirateten Sparer mit einem Jahreseinkommen von netto 30 000 DM handelt, der auch andere Vermögenswerte besitzt. Man kann ihn somit als einen Repräsentanten der sogenannten bürgerlichen Schicht bezeichnen.

1. Ein Sparguthaben in Höhe von 30 000 DM mit gesetzlicher Kündigung

Verzinsung: 3 1/4 % 975,– DM

abzüglich 1 % Vermögensteuer, die als Sonderausgaben abzugsfähig ist: 300,– DM

somit steuerpflichtige Zinsen: 675, – DM