Zwei Jahre nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges wurde die Herzogliche Leihhausanstatt gegründet, die heute als Braunschweigische Staatsbank die älteste öffentlich-rechtliche Bank in Deutschland ist und mit einer Bilanzsumme von 2,22 Mrd. DM und 411 Zweig- und Sparstellen (davon 69 hauptamtlich geführt) zu den bedeutenden Regionalbanken gehört.

Bestand die Aufgabe der Bank nach der Gründung im Jahr 1765 vor allem darin, dem Zinswucher entgegenzuwirken und Handel, Manufaktur und die Industrie, soweit man in der merkantilistischen Epoche davon sprechen konnte, zu beleben, so hat das Institut unter anderem auch heute noch eine ähnliche öffentliche Aufgabe: es gilt, dem niedersächsischen Zonenrandgebiet durch zinsgünstige Kredite wirtschaftliche Impulse zu geben. Allein 293 Mill. DM Treuhandgeschäfte, die als durchlaufende Kredite zumeist zinsbegünstigt sind, legen davon Zeugnis ab.

Das umfangreichste Aktivgeschäft bilden jedoch die langfristigen Ausleihungen, die an der Bilanzsummenausweitung von 227 Mill. (11,4 % nach 22,4 % im Vorjahr) mit 143 Mill. beteiligt sind, so daß die langfristigen Kredite nunmehr bereits 48 % der Bilanzsumme erreichen.

Insbesondere die Hypothekendarlehen stiegen kräftig (um 112 auf 648 Mill.), während Kommunaldarlehen (um 14 auf 259) und die sonstigen langfristigen Darlehen (um 16 auf 149), an denen der Agrarkredit „einen bedeutenden Anteil“ hat, sich nur langsamer ausweiteten.

Die Bank refinanzierte das Neugeschäft durch den Verkauf von Hypothekenpfandbriefen (134 Mill. DM) und durch langfristige aufgenommene Darlehen (+ 82).

Der Gewinn war mit 4,9 Mill. DM nicht mehr so hoch wie im Vorjahr, als 6,1 Mill. erzielt wurden, die den Rücklagen zugute kamen. W. W.