Die Aktionäre des weltweit und in einer Vielzahl von Branchen tätigen Unilever-Konzerns können mit dem Ergebnis des Jahres 1962 zufrieden sein. Sofern sie Aktien der holländischen Gesellschaft, der Unilever N. V. besitzen, erhalten sie einschließlich der bereits gezahlten Interimsdividende insgesamt 22 (nach vorher 21 %). Die Aktionäre der Londoner Gesellschaft, der Unilever Limited, empfangen für jede Fünf-Shilling-Aktie einen Shilling 3,68 Pence, nachdem sie zuvor 1 Shilling 2,87-Pence bekommen hatten.

Auf den ersten Blick scheint die erhöhte Ausschüttung kaum gerechtfertigt. Der Gesamtumsatz ist mit 19,2 Mrd. Gulden nahezu unverändert geblieben. Die durch Verkäufe an Dritte erzielten Erlöse haben sich nur geringfügig um 1,3 % auf fast 15 Mrd. Gulden erhöht. Der Konkurrenzkampf ist härter geworden. Hinzu kommt, daß in Afrika infolge der politischen Unsicherheit die Umsätze zurückgegangen sind. Die Gesellschaft hat die Konsequenzen gezogen und sich aus dem Handel mit Agrarprodukten zurückgezogen und ist nun darauf bedacht, ihre betriebliche Struktur den veränderten Bedingungen durch Gründung spezialisierter Gesellschaften anzupassen, die sich industriell betätigen.

Der elastischen Anpassung, an die sich stetig ändernden Marktbedingungen ist es zu danken, daß trotz allem die Gesamtumsätze gehalten werden konnten. Die Entwicklung neuer Produkte hat nicht zuletzt dazu beigetragen, daß die Verkäufe von Lebens-, Wasch- und Futtermitteln erheblich gesteigert und auf einigen Teilmärkten auch bessere Gewinne erzielt werden konnten. Indiz hierfür dürfte sein, daß die Gewinnsteuern um 12 auf 540 Mill. Gulden gestiegen sind. Der konsolidierte Nettogewinn ist etwa in gleichem Umfang auf rund 525 Mill. Gulden zurückgegangen, allerdings nachdem die Abschreibungen um fast 32 Mill. Gulden auf 341 Mill. Gulden erhöht worden, sind. So gesehen kann der Konzern es also verschmerzen, wenn nach Auszahlung der erhöhten Dividende diesmal nur 324 Mill. Gulden vom Gewinn im Betrieb verbleiben. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet das eine Minderung um etwa 19 Mill. Gulden. Gemessen am Umsatz sind 2,9 nach vorher 2,7 % verdient worden.

Die Bemühungen, trotz verschärfter Konkurrenz wettbewerbsfähig zu bleiben, erfordert entsprechend hohe Investitionen. Im Berichtsjahr wurden 517 (553) Mill. Gulden aufgewendet. Vollendet wurden unter anderem eine Seifensiederei in Großbritannien, eine Waschmittelfabrik in Algerien, eine Anlage zur Herstellung eines-Waschmittels in Tablettenform in den Vereinigten Staaten und eine Fabrik für Kartoffelflocken in Australien.

Im laufenden Jahre werden die Aufwendungen für Neuanlagen wieder höher sein. Die 1962 beschlossenen Projekte erfordern insgesamt einen Finanzaufwand von 534 Mill. Gulden, wovon 68,5 % in Europa eingesetzt werden. In der Bundesrepublik sollen unter anderem Fabriken für Margarine und Speisefette modernisiert, eine Schmelzkäsefabrik in Hamburg-Bahrenfeld errichtet sowie die Anlagen für die Herstellung von Speiseeis und tiefgekühlten Lebensmitteln erweitert werden. Allein 8,4 Mill. Gulden sind für die Modernisierung von Läden und die Einrichtung von Supermärkten in Großbritannien und Deutschland vorgesehen. Der Konzern hat aber keine Sorgen, daß er in Finanzierungsschwierigkeiten geraten könnte. Die am Jahresultimo verfügbaren flüssigen Mittel, von denen sich ein erheblicher Teil in Deutschland befindet, machten 468 nach vorher 144 Mill. Gulden aus.

-t.

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Der Abgabepreis der Anteile der Allfonds-Gesellschaff für Investmentanlagen mbH, München, hat sich im Geschäftsjahr 1962/63 (31. 1.) von 41,80 DM auf 33,80 DM ermäßigt, was unter Berücksichtigung der Ausschüttung von 2,40 DM nur einen Rückgang um 13,4% bedeutet. Da sich in der gleichen Zeit der deutsche Aktienindex um 25 % gesenkt hat, war die internationale Streuung im Allfonds für den Sparer also von Vorteil. Das Fondsvermögen war am Ende des Geschäftsjahres zu 80,6 (87,22) % in Aktien, 10,87 (0,34) % in festverzinslichen Papieren und 8,37 (12,4) % in Bankguthaben angelegt. Davon entfielen auf deutsche Aktien 41,9 (43,7)%.