Das Armeemuseum kommt in eine „Ölstadt“ – Das „Haus der Geschichte“ wird entmilitarisiert

München

Die „Weiß-Blaue Rundschau“, das Monatsblatt des Bayerischen Heimat- und Königsbundes, wetterte: „Unter einem König von Bayern wäre dieser die alten bayerischen Soldaten kränkende Kabinettsbeschluß wohl nie zustande gekommen.“ Und: „Das haben Bayerns Krieger in einer über tausendjährigen Heeresgeschichte nicht verdient.“

Was Bayerns Krieger nicht verdient haben sollen, ist die Wiedererrichtung eines Armeemuseums in Ingolstadt. Für die Monarchisten stellt diese Anordnung der Münchner Regierung nicht nur eine Schmach, sondern auch „einen geradezu schildbürgerlichen Anachronismus“ dar. Denn, so argumentierte die „Weiß-Blaue Rundschau“ zwingend:

„Gewiß war Ingolstadt einmal die bayerische Festung und beherbergte bis zum Ersten Weltkrieg eine stattliche bayerische Garnison, eine der größten in Bayern. Aber das liegt nun bald ein halbes Jahrhundert zurück. Ingolstadt ist heute weder mehr Festung, noch bayerische Soldatenstadt. Seit, Jahren ist es Industrieort und nunmehr Ölstadt Bayerns geworden. Ein Armeemuseum wäre dort also wirklich fehl am Platze.“

Plädoyer für Ingolstadt

Während die Münchner Tageszeitungen mühelos ganze Seiten mit Leserbriefen zum Thema Armeemuseum füllten, verfaßte Staatssekretär Robert Wehgartner eine „Erklärung“. Wehgartner, ein Bayernparteiler, ist das einzige Nicht-CSU-Mitglied der Landesregierung; mutig lobte er, was er mitbeschlossen hatte: