Mit Hilfe von 95 Geschäftsstellen und 1782 Mitarbeitern sammelt die Hamburger Sparcasse von 1827, kurz Haspa genannt, die Spargelder der recht wohlhabenden Hansestädter. Sehr erfolgreich offensichtlich, denn fast 39 000 Sparkonten wuchsen dem traditionsbedachten Institut 1962 zu, so daß nunmehr 808 000 Konten verwaltet werden, auf denen nach einer Zunahme von 13 % (Bundesdurchschnitt: 15,4%) 1,19 Mrd. DM Spareinlagen stehen, während auf den knapp 150 000 Girokonten 0,21 Mrd. Sicht- und 0,06 Mrd. DM Termineinlagen von Kunden unterhalten werden.

Diese Mittel im Aktivgeschäft im Hamburger Raum anzulegen, scheint der größten Sparkasse im Bundesgebiet nicht immer möglich gewesen zu sein. Wohl konnten die Hypothekendarlehen nennenswert um 63 auf 524 Mill. DM ausgedehnt werden; das Kommunaldarlehensgeschäft und die Wechselbestände wuchsen kaum mehr. Dagegen verzeichneten die Debitoren, die seit langem jährlich nicht stärker als um höchstens 14 Mill. DM zugenommen hatten, mit 40 auf 177 Mill. DM einen großen Sprung nach oben. Daran sind vor allem die Konsumentenkredite beteiligt: Kleindarlehen und Anschaffungskredite allein brachten es auf Neuausleihungen von 40 (Vorjahr 27) Mill. DM. Die Sparkasse lebt also nicht nur vom Sparen, das traditionsgemäß propagiert wird, sondern auch verstärkt vom Konsumieren seiner Kunden. „Spare und verbrauche“ wird immer mehr die Devise der Werbeleute im Sparkassengeschäft.

Soweit die Mittel, der Sparkasse nicht im Kreditgeschäft angelegt wurden, war dem Institut ein Ausweichen auf festverzinsliche Wertpapiere möglich, ohne daß nennenswerte Rentabilitätseinbußen in Kauf genommen zu werden brauchten, denn Rentenwerte „bringen“ heute nicht weniger als beispielsweise gute Handelswechsel. Nach Angaben des Institutes wurde der Bestand der Rentenpapiere (um 40 auf 243 Mill. DM) jedoch aus Liquiditätserwägungen erhöht, aber: „die Auswahl der erworbenen Papiere erfolgte nach Rentabilitätserwägungen“, womit der Sparkasse die sonst widerstreitenden Maximen offensichtlich durchaus vereinbar erscheinen,

Der ausgewiesene Gewinn der Kasse von 11,2 Mill. DM war trotz erhöhter Zinsspanne niedriger als im Vorjahr (12,8 Mill.). Dazu dürften insbesondere die um 0,8 Mill. DM niedrigeren Kursgewinne und die auf 7,6 (6,1) erhöhten Abschreibungen beigetragen haben. Nachdem der Gewinn voll den Rücklagen zugewiesen ist, erreichen diese mit 91,4 Mill. DM oder 6,3 % der Einlagen eine stattliche Höhe. Mit einem Eigenkapitalanteil von 5,7 % der Bilanzsumme ist eine Relation erreicht, die für Sparkassen wohl einmalig ist und zur Zeit den Eigenkapitalanteil der Deutschen Bank und der Commerzbank übertrifft. W. W.