Über die Kanzler-Nachfolge ist viel, zuviel geredet worden; geholfen hat es nicht. Jetzt wird geschwiegen, aber dieses Schweigen nützt auch nichts mehr. Helfen kann nur noch eine Entscheidung, und die ist auch bei den Gesprächen zwischen Brentano und Adenauer in Cadenabbia nicht gefallen. Die unübertreffliche Kargheit der offiziellen Mitteilungen über diese Unterredung ist noch beredter als die Geschwätzigkeit der letzten Wochen: Die Verhandlungspartner sind sich nicht einig geworden; der Kanzler weigert sich weiter, Erhards Kandidatur sein Placet zu geben.

So hat es den Anschein, als ob die Gespräche in Cadenabbia nur das Vorspiel zu neuen Verhandlungen waren. Was aber soll dabei erreicht werden? Kann die CDU wirklich noch darauf hoffen, Konrad Adenauer durch die Kraft ihrer Argumente umzustimmen? Was will sie tun, wenn der Kanzler hart bleibt – überzeugt, die Fraktion werde es nicht wagen, ihn mit einem konstruktiven Mißtrauensvotum aus dem Sattel zu heben? Noch schweigt die CDU. Ist dieses Schweigen die Stille vor dem Sturm? Z.