Druck macht magnetisch

Der extrem hohe Druck auf das im Erdkern befindliche Eisen ist die Ursache für den Magnetismus unseres Planeten, vermutet Dr. Richard J. Weiss, ein amerikanischer Physiker, der zur Zeit als Gastprofessor am Londoner Imperial College lehrt.

Weiss hält es für möglich, daß im Eisenatom zwei Elektronen durch starken mechanischen Druck auf ein höheres Energie-Niveau „gequetscht“ werden können. Dadurch ginge das Eisen in einen magnetischen Zustand über. Gegenwärtig sei es zwar noch nicht gelungen, diese Annahme experimentell zu beweisen, doch habe man auch bisher noch nicht so hohe Drucke erzeugen können, wie sie im Innern der großen Planeten herrschen, erklärt der amerikanische Gelehrte.

Nach dieser Theorie dürfte man bei den „leichten“ Himmelskörpern, zu denen Venus, Mars, Merkur und der Mond gehören, kein Magnetfeld erwarten; dagegen müßten Uranus, Neptun, Saturn und Jupiter magnetisch sein. Daß Venus tatsächlich kein Magnetfeld besitzt, hatte der Raumsonden-Versuch mit Mariner II ergeben.

Heizen mit Radar

Besonders energiereiche Radarwellen lassen sich als Heizstrahlen verwenden. Dabei ergibt sich gegenüber anderen Methoden der Erhitzung der Vorteil, daß die äußerst hochfrequenten Radiostrahlen nicht nur die Temperatur an der Oberfläche eines bestrahlten Gegenstands steigern, sondern ihn durch und durch gleichmäßig erwärmen.

Zum erstenmal ist diese Eigenschaft elektromagnetischer Wellen in großem Rahmen bei der British Motor Corporation industriell genutzt worden. Gewöhnlich dauert es eine Stunde, bis Kunstharze, die man in der Automobilindustrie zur Herstellung von Formteilen verwendet, hart werden, sie müssen hierzu in einen Ofen gebracht werden. Mit der Radar-Methode dauert der gleiche Prozeß nur noch sechs Minuten.