Echte Polemik nimmt ein Buch sich so liebevoll vor, wie ein Kannibale, sich einen Säugling zurüstet. Walter Benjamin

Oscars

Der britische Monstre-Film „Lawrence von Arabien“ (siehe Kritik in der ZEIT Nr. 13) erhielt von der amerikanischen Filmakademie in Santa Monica sieben Oscars, und zwar: als bester Film des Jahres (verwunderlich), David Lean für die beste Regie (desgleichen), für den besten Schnitt und die beste künstlerische Leitung in einem Farbfilm (je nun...), für die beste musikalische Bearbeitung (erschreckend) und für den besten Ton und die beste Farbtechnik (wahrlich: keine Einwände). – Gregory Peck bekam den Oscar als bester Darsteller des Jahres in „Wer die Nachtigall stört“, als beste Darstellerin wurde Anne Bancroft für ihre Rolle als Lehrerin in dem Helen-Keller-Film „Licht im Dunkel“ ausgezeichnet.

In Sachen Johnson Übereinstimmung

Uwe Johnsons „Mutmaßungen über Jakob“, durch den Internationalen Verlegerpreis international empfohlen und jetzt in England und den USA als „Speculations about Jacob“ herausgegeben, sind bisher mit großer und prompter Hochachtung aufgenommen worden. Im Guardian schrieb Gerald Larner: „Hier endlich sind die Anfänge eines Sprachwunders, das es mit Erhards Wirtschaftswunder aufnehmen kann.“ Und zur gleichen Zeit druckte Time eine Besprechung, die auf dasselbe hinausläuft; sie zählt Johnson zu der „Handvoll junger deutscher Schriftsteller“, die „gegenwärtig am literarischen Gegenstück zu Deutschlands Wirtschaftswunder arbeiten“.

Julius-Campe-Preis

Der vom Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, gestiftete Julius-Campe-Preis (15 000 DM) wird auch in diesem Jahr ausgeschrieben. Für die Prämiierung kommt ein Roman oder ein Tatsachenbuch in Frage. Einsendungen nimmt der Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 13, Harvesterhuder Weg 45, bis zum 31. Mai 1963 entgegen.