Wer über Brauereien berichtet, muß vom Ausstoß sprechen, mag sich die Feder und die Zunge auch gegen die Vorstellung wehren, das Bier – statistisch – ausgestoßen und nicht hergestellt, erzeugt, produziert oder gebraut wird, wie beispielsweise die Brauleistung der bedeutenden Dortmunder Actien-Brauerei.

Auf 1,6 Mill. Hektoliter hat das Unternehmen seine Kapazität ausgebaut, die 1962 nach einer Zunahme des Ausstoßes um 1,8% (10,6) bei 1,27 Mill. hl mit rund 80% ausgelastet ist. Offensichtlich sind zunächst vom Absatz her der Expansion Grenzen gesetzt, denn der Umsatz stieg nur noch von 99,6 auf 101 Mill. DM. Da der Export vor allem nach England, Indien und Korsika ausgedehnt werden konnte, scheint der Inlandabsatz nicht mehr gewachsen zu sein. Auch im Geschäft mit alkoholfreien Getränken (1961 wurde die Majorität an der „Tropie“, Dortmund, erworben) bedurfte es „großer Anstrengungen und Aufwendungen“.

Diese Klagesätze, im Verein mit der Sorge über steigende Personalkosten, im überaus kurzgefaßten Geschäftsbericht, ändern jedoch nichts an der Tatsache, daß die zweitgrößte Einzelbrauerei im Bundesgebiet, an der einige Familien und Oetker maßgeblich beteiligt sind, sehr gut verdient hat. Darüber darf auch die relativ niedrige Dividende von 13 (12 + 1)% und die Rücklagenzuweisung von 0,55 Mill. DM nicht hinwegtäuschen.

Immerhin ist der Steueraufwand weiter auf 33 (32,1) Mill. DM gestiegen. Dazu kann zwar möglicherweise die steuerliche Betriebsprüfung für die letzten fünf Jahre beigetragen haben. Sicher ist das nicht, denn im Bericht heißt es lediglich, daß „ins Gewicht fallende oder überraschende Nachzahlungen dadurch nicht ausgelöst“ worden seien. Kein Wunder, daß auf der Hauptversammlung von einem Aktionär die Frage nach dem Steueraufwand und den Abschreibungen gestellt wurde. Der Aufsichtsratvorsitzende wich der Antwort aus. und wollte sie lediglich als Anregung für das nächste Jahr betrachtet wissen. W. W.