Die Bundesanstalt für den Güterfernverkehr (BAG) hat im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums die Frage geprüft, ob das Laderaumangebot des Transportgewerbes ausreicht, um den gewachsenen Anforderungen der Wirtschaft zu genügen. Das jetzt vorliegende Untersuchungsergebnis enthält den Vorschlag, die Kontingente für den gewerblichen Güterfernverkehr um rund 8 % zu erhöhen, also 2060 neue Konzessionen zu verteilen. Dabei ist die BAG davon ausgegangen, daß das wirtschaftliche Volumen bis 1965 um 10 bis 14 % wachsen dürfte. Weil aber zur Zeit keine fühlbaren Engpässe auf dem Verkehrsmarkt bestehen, erscheint es nicht notwendig, die Transportkapazität um den gleichen Prozentsatz zu erhöhen.

Nach Ansicht der Bundesanstalt sprechen jedoch eine Reihe von Argumenten für eine Anhebung der Kontingente:

  • die Verringerung der Ladekapazität durch die Maß- und Gewichtsbeschränkungen für Lkw und Anhänger,
  • die Auswirkungen der Arbeitszeitverkürzung,
  • der wachsende Transportraumbedarf der

Mineralölwirtschaft

  • und schließlich auch die größere Nachfrage

nach Laderaum infolge der zunehmenden Dezentralisierung der Wirtschaft,

Gleichzeitig wird aber betont, daß der zusätzliche Bedarf an Transportraum möglicherweise von anderer Seite gedeckt werden kann. Die BAG verweist auf die Bestrebungen, den Beförderüngssteuersatz im Werkfernverkehr von 5 auf 3 Pfennig pro Tonnenkilometer zu senken und die Nahverkehrszone von 50 auf 75 km zu erweitern. Derartige Maßnahmen würden dem Werkverkehr und zu einem geringeren Teil auch dem Nahverkehr einen Anreiz bieten, mehr Fahrzeuge einzusetzen. Auch sind die Transportreserven im gewerblichen Straßengüterverkehr noch keineswegs erschöpft. Durch Rationalisierung und Mechanisierung lassen sich beispielsweise die Be- und Entladezeiten wesentlich verkürzen.