Als ich in unser Musikzimmer kam – Wir nennen es so, weil hier die beiden Kesselpauken stehen, die ich für den Fall angeschafft habe, daß ich mal interviewt werde und dann nicht ohne ein originelles Hobby dastehen will – da goß meine Frau gerade zwanzig Baldriantropfen in ein Glas; sie schien ziemlich erregt zu sein.

„Meinst du, mit drei Koffern kommen wir aus?“ fragte sie. „Aber klar! Wohin fahren wir eigentlich?“ „Irgendwohin. Nur weg von hier. Ich halte es nicht mehr aus vor Angst.“

„Aber, aber...“, sagte ich und klopfte ihr beruhigend auf die Schulter, „hier droht dir gewiß keine Gefahr.“

„Wer redet denn von mir?“ sagte Ingwelde. „Ich ängstige mich doch so um dich!“

„Um mich?“ rief ich und bekam es auch gleich mit der Angst, denn es kommt selten vor, daß sich Ingwelde um mich Sorgen macht. „Wovon redest du eigentlich? Wir leben in einem zivilisierten Land, in Deutschland“, sagte ich so gelassen wie möglich.

„Das beunruhigt mich eben so“, meinte Ingwelde.

„Nun hör mal zu: ich bin ein ganz friedfertiger, harmloser Mensch, der keiner Fliege was zuleide tut... was habe ich schon zu befürchten?“