Die Girozentralen müssen es gut verstehen, mit Milliarden umzugehen

Von Walther Weber

Wer heute als Kunde einer der rund 12 500 Sparkassenstellen im Bundesgebiet Geld einzahlt oder abhebt, der hält es für selbstverständlich, daß sein Institut für das eingelegte Geld die versprochene Verzinsung dafür im Aktivgeschäft erwirtschaftet und stets die Barmittel bereithält, die eine fristgerechte Auszahlung ermöglichen, gleichgültig wieviele Menschen an einem Tag in die Schalterhallen drängen. Der Kunde weiß nicht, daß nur ein gut aufeinander abgestimmtes, in sich verzahntes System der Zusammenarbeit unter den Kreditinstituten die Voraussetzung dazu ist, daß keinerlei Stockungen auftreten, und die Mittel dahin fließen, wo sie benötigt werden und eine rentable Anlage finden.

Bei den 867 Sparkassen sind es die zwölf Girozentralen (Landesbanken), die diese Funktion wahrnehmen und vornehmlich dem Geldausgleich und der Liquiditätshaltung der ihnen auf Landesebene angeschlossenen Sparkassen dienen. Die 12 Girozentralen wiederum haben „über sich“ die Deutsche Girozentrale – Deutsche Kommunalbank –, die als ihre Zentralbank fungiert und überschüssige Mittel anlegt oder überregionale Kreditwünsche erfüllt, und ebenso wie die regionalen Girozentralen eigene Kreditgeschäfte betreibt, soweit es ihre Satzungen erlauben.

Drei der dreizehn erwähnten Institute haben in diesen Tagen ihre Jahresberichte vorgelegt, mit denen sie wie Aktiengesellschaften – allerdings in der Regel ausführlicher – Rechenschaft über ihre Tätigkeit ablegen: die Deutsche Girozentrale – Deutsche Kommunalbank, Berlin–Düsseldorf, die Rheinische Girozentrale und Provinzialbank, Düsseldorf, sowie die Landesbank und Girozentrale Schleswig-Holstein, Kiel, aus deren vielfältiger Tätigkeit wir kurz berichten wollen:

Mit Schwankungen leben

Beginnen wir mit dem Spitzeninstitut, das wohl wie keine andere Bank im Bundesgebiet sehr erheblichen Geschäftsschwankungen unterworfen ist, die zu meistern hohe Ansprüche an die Bankpolitik stellt, besonders hinsichtlich Liquidität und Rentabilität.