Die Norddeutsche Kreditbank AG in Bremen erzielte bei einer im Tätigkeitsbereich des Instituts zufriedenstellenden wirtschaftlichen Entwicklung eine Umsatzsteigerung von 10 %. Das Bilanzvolumen wuchs um 14,3 % auf 339,2 Mill. DM. Diese Steigerungsrate liegt über dem Durchschnitt der Kreditbanken in der Bundesrepublik. Das Ergebnis findet seinen Niederschlag. in dem wiederum für eine 16prozentige Dividende zugeschnittenen Reingewinn von 1,6 Mill. DM und in der Stärkung der offenen Reserven um 0,5 auf 10,5 Mill. DM. Die offenen Rücklagen liegen damit jetzt um eine halbe Million über dem unveränderten Grundkapital von 10 Mill. DM. Mit der Stärkung der Reserven führt die Verwaltung des Instituts ihre konservative Geschäftspolitik fort. Eine Kapitalerhöhung ist nicht in Sicht, wohl aber wird alles getan, um die offenen Reserven aufzustocken. Hand in Hand damit geht natürlich auch eine Stärkung der stillen Reserven.

Nachdem die Nordkredit im Rahmen der DM-Eröffnungsbilanz ihr Grundkapital von 12 Mill. RM im Verhältnis 10:7 auf 7,56 Mill. DM umgestellt hatte, ist nur einmal eine Kapitalerhöhung erfolgt, und zwar im Jahre 1954. Die Bildung der offenen Reserven erfolgte in voller Höhe praktisch aus den Gewinnen der Bank und nicht durch Bezugsrechte. Angesichts der Tatsache, daß eine Kapitalerhöhung auch für die Zukunft vorerst nicht diskutiert wird, ist wiederholt davon gesprochen worden, daß den Papieren der Nordkredit „keine Phantasie“ innewohne. Freilich, im Hinblick auf die Geschäftspolitik sind sie ein „gutes Ruhekissen“. Seit dem Jahre 1954 sind übrigens von dem Institut über Dividenden 10,6 Mill. DM an die Aktionäre ausgeschüttet worden.

Die Eigenmittel der Nordkredit machen jetzt 6 % der Bilanzsumme aus gegenüber 6,7 % im Vorjahr. Trotz des geringfügigen Rückgangs kann sich die Nordkredit damit im Kreis anderer Bankinstitute sehen lassen.

Die traditionelle Stellung der Norddeutschen Kreditbank als Außenhandelsbank, in deren Rahmen insbesondere die für den Bremer Platz typischen Rohstoffe finanziert werden, spiegelt sich in den Debitoren. Die Rembours- und Trattenkredite sowie die sonstigen kurzfristigen Kredite zur Finanzierung der Ein- und Ausfuhr sind auf 77,3 gegenüber 51,6 Mill. DM im Vorjahr gestiegen. Die Debitoren insgesamt sind mit 143,8 Mill. DM um 40,5 Mill. DM höher ausgewiesen als am vorjährigen Bilanzstichtag. Die Summe der langfristigen Ausleihungen hat sich gegenüber 1961 um 14,6 auf 20,1 Mill. DM erhöht. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Exportkredite zur Finanzierung von Schiffsbauten für ausländische Rechnung, für die das Institut die entsprechenden Refinanzierungsbeträge teils aus dem Hilfsprogramm des Bundes für die Werften, teils von anderen Stellen erhalten hat.

Die Erträge aus Zinsen und Diskont sind im Berichtsjahr um 0,4 auf 5,2 Mill. DM gestiegen, die Provisions- und Gebührenerträge erhöhten sich um 0,2 auf 4,8 Mill. DM. Die sonstigen Erträge erreichten 3,5 gegenüber 3,7 Mill. DM im Vorjahr. Aufschlußreich ist der Ausweis höherer Erträge aus Zinsen und Provisionen. Das steht im Gegensatz zu anderen Banken. Durch diese höheren Erträge aus dem regulären Geschäft konnten die gestiegenen Verwaltungskosten aufgefangen werden. Sml

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Die Mobil Oil AG in Deutschland, Hamburg, konnte den Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 1962 auf 1 144,3 (974,4) Mill. DM erhöhen, die Rohölförderung auf 1 013 000 (i.V. 975 000) t, das ist 14,9 (15,7) Prozent der deutschen Gesamtförderung. Die Erdgas- und Erdölgasförderung war mit 171 (110) Mill. Ncbm um 55 % größer. An der Gesamtförderung der Bundesrepublik von Erdgas und Erdölgas war die Gesellschaft mit 23,5 % beteiligt. Die von Mobil erzeugten Treibstoffe wurden mit Ausnahme der an Gesellschaften der Mobil-Gruppe exportierten Mengen über die Gelsenberg Benzin AG vertrieben. Am 1. November 1962 wurde das Grundkapital um 20 Mill. DM auf 200 Mill. DM erhöht. Die alleinige Aktionärin, die Socony Mobil Oil (New York) hat, um die Kapitalbasis der Gesellschaft in Anbetracht der vor ihr liegenden großen Investitionen zu verstärken, einen Schulderlaß in Höhe von 18,8 ausgesprochen, der nach Abzug der Gesellschaftssteuer den Rücklagen zugewiesen wurde. Angesichts der durch Kapitalerhöhung und Schulderlaß gestärkten Eigenkapitalbasis beschloß die Hauptversammlung für 1962 20 % Dividende auf das Grundkapital von 200,0 auszuschütten.