Die Frankfurter Bank zahlt ihren Aktionären für das Geschäftsjahr 1962 wiederum eine Dividende von 17 % Bei einer allgemeinen Geschäftsausweitung haben Zinsen und Diskont höhere Erträge gebracht. Provisionen u. a. gingen, vor allem als Folge des rückläufigen Börsengeschäftes in Aktien, stärker zurück. Durch ein gutes Emissionsgeschäft in festverzinslichen Werten wurde das allerdings zum Teil ausgeglichen. Insgesamt wurde – wenigstens buchmäßig – das Rekordergebnis des Jahres 1961 nicht ganz erreicht. Es wurden der Rücklage „nur“ 2 Mill. – gegenüber 3 Mill. im Vorjahr – zugeführt.

Dafür wurden die inneren Rücklagen etwas stärker dotiert. Die Frankfurter Bank hält dies für zweckmäßig, nachdem bereits 1961 die offenen Rücklagen auf die Höhe des Grundkapitals gebracht worden waren. Die Aktionäre haben also allen Grund, mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres 1962 zufrieden zu sein.

Die Bilanz macht ebenfalls einen ausgezeichneten Eindruck. Ihre Summe hat sich von 861 auf 913 Mill., d.h. um etwa 6 % erhöht. Das liegt im Schnitt der deutschen Banken. In der Zusammensetzung weist die Bilanz gegenüber dem Vorjahr keine wesentlichen Änderungen auf.

Die etwas konservativ anmutende Geschäftspolitik der Frankfurter Bank hängt mit ihrer Stellung im Geldmarkt zusammen. Die Bank nimmt von jeher im größeren Umfange von Kreditinstituten Einlagen und Nostrogelder herein – Ende 1962 waren dies 343 Mill., um das Geld wieder als Nostroguthaben und Debitoren an Kreditinstitute auszuleihen. Rechnet man die bei diesem Geschäft zu haltenden baren Mittel ein, dann zeigt sich, daß beide Seiten sich in etwa die Waage halten. Liquidität aber kostet Geld, wie es auf der Pressekonferenz hieß, eröffnet aber auch die Möglichkeiten, sich am Markt bietende Chancen zu nutzen. Das gilt nicht nur für den Geldhandel, sondern auch gegenüber der Großkundschaft aus Handel und Industrie, die die Frankfurter Bank im ganzen Bundesgebiet findet.

Die Frankfurter Bank hat ihren derzeitigen Charakter als filiallose große Bank erst nach dem Zweiten Weltkrieg erlangt. Vorher war sie – hervorgegangen aus der freireichsstädtischen Notenbank – ein mündelsicheres Institut, das neben dem traditionellen Geldmarktgeschäft vornehmlich für eine wohlhabende Kundschaft Vermögen verwaltete. Aus dieser Zeit stammt noch ein breiter Frankfurter Kundenstamm. Durch die Eröffnung von Depositenkassen in den Wohngebieten kommt die Bank den Bedürfnissen dieser Kundschaft entgegen. An dem Grundsatz, die über das ganze Bundesgebiet verteilten Großkunden zentral, d. h. ohne Zwischenschaltung von Filialen zu bedienen, wird sich dabei nichts ändern. W. R.