Cha, Bonn

Drei U-Boote der Bundesmarine müssen umgebaut werden. „Materialmangel“ – so heißt die offizielle Begründung.

In Österreich war eine grandiose Erfindung gemacht worden: antimagnetischer Stahl, vorzüglich, so hieß es, zum Bau von U-Booten geeignet. Die deutsche Marineleitung war begeistert, und die Beschaffungsinstanzen bestellten. Die Sowjets, denen diese Stahllegierung gleichfalls angeboten worden war, hatten freilich dankend abgelehnt. Auch sie fürchten zwar Magnetminen, legen aber doch größeren Wert auf tauch- und einsatzfähige Boote. Und just diese Einsatzfähigkeit ist nicht gewährleistet, weil der Wunderstahl nicht korrosionsbeständig ist.

Nun ist bei den Militärs guter Rat teuer. Vielleicht helfen Schutzanstriche, wahrscheinlich aber werden die ganzen Stahlmäntel ersetzt werden müssen. Was wird das kosten? Denn nicht nur die drei bereits im Betrieb befindlichen Boote müssen umgebaut werden, für zwölf weitere Boote soll der Wunderstahl bereits geliefert sein.

Wenn der Lieferant falsche Gütezusicherungen gemacht hat, ist er zum Schadenersatz verpflichtet. Damit wäre – finanziell gesehen – alles gut. Erstaunlich bleibt immer noch, warum die Angaben der Lieferfirma von den wehrtechnischen Prüfämtern der Bundeswehr nicht genau unter die Lupe genommen wurden? Sollte es wirklich zutreffen, daß sie bei diesem Abschluß überhaupt nicht eingeschaltet waren?