Sowjetischer Funk-Rekord

Es sieht so aus, als stünde es mit der sowjetischen Mars-Sonde nicht mehr zum Besten. Seit mehr als einem Monat hat man über das Schicksal von Mars I nichts mehr erfahren. Zuvor gab die sowjetische Raumfahrtbehörde wöchentlich Position, Kurs und Stärke der empfangenen Funksignale von der Instrumenten-Kapsel bekannt.

Vermutlich ist es den Russen nicht gelungen, per Funk die Bahnkorrektur-Düsen zu betätigen. Nach dem bisher bekannt gewordenen Kurs aber würde Mars I in den letzten Mai-Tagen in einem Abstand von rund 200 000 Kilometern an dem Planeten vorbeifliegen. Mit Fernsehbildern von der Marsoberfläche wäre dann freilich nicht zu rechnen.

Aber selbst wenn dieser Sonden-Versuch in seiner letzten Phase mißlingen sollte, ist das bisher Erreichte ein schöner Erfolg für die Weltraumforschung: Die Instrumente der Kapsel haben eine Fülle von Daten über die Strahlungsgürtel der Erde, über magnetische Felder und kosmische Strahlen im Weltraum und über die Meteoritendichte – sie nimmt mit wachsendem Abstand von der Erde rapide ab – ermittelt und an die Bodenstationen weitergegeben.

Außerdem hat die Sowjetunion den bisher von den USA gehaltenen Radio-Rekord gebrochen: Aus einer Entfernung von 98,3 Millionen Kilometern waren die Signale von Mars I noch klar zu empfangen; der Kontakt mit der amerikanischen Instrumentenkapsel Mariner II brach bereits ab, als sich die Sonde in einer um 11 Millionen Kilometer geringeren Entfernung von der Erde befand.

Radar warnt vor Überschwemmungen

Ein neues Radarsystem zur Messung von Niederschlägen in Entfernungen bis zu etwa 160 km wird jetzt vom Zentralamt des amerikanischen Wetterdienstes erprobt. Das dabei benutzte Gerät ist ein sogenannter Radar-Niederschlagsintegrator. Er wandelt die Intensität von Radarechos an 150 Punkten über einem Stromgebiet oder dem Einzugsgebiet großer Flüsse in quantitative Niederschlagswerte um, die auf einer großen Karte in der Zentrale für die Wasserstandsvorhersage erscheinen. Entwickelt und gebaut wurde das Gerät im Stanford Research Institute.

Die ersten Tests wurden vom Radar-Forschungsinstitut des US-Wetterdienstes in Norman (Oklahoma) durchgeführt, weil hier die Möglichkeit besteht, Vergleiche mit den über ein dichtes Netz von konventionellen Niederschlagsmessern ermittelten Meßergebnissen vorzunehmen. Der Integrator verarbeitet Radarechos, die fünfmal pro Stunde an den Meßpunkten eines 78 000 qkm großen Gebietes aufgenommen werden.