Die Berliner Kindl Brauerei AG, Berlin, deren Mehrheitsaktionär über die Bank für Brauindustrie Rudolf August Oetker ist, verfügt mit dem nach zweijähriger Bauzeit fertiggestellten ersten Abschnitt ihrer neuen „Berliner Bären Brauerei“ über Deutschlands zur Zeit modernste Großbrauerei. Als das Unternehmen 1954 die damalige „Berliner Schloßbrauerei AG“ erwarb, übernahm es eine zwar für die Qualität ihrer Erzeugnisse bekannte Braustätte, aber völlig veraltete Anlagen. Günstige Geländeverhältnisse gestatteten den Plan, ein ganz neues Großprojekt auszuführen und den alten Betrieb bis zu seiner Fertigstellung aufrechtzuerhalten. Jetzt steht der über 35 Meter hohe „Produktionsblock“, dem sich später der Flaschenkeller mit Abfüllanlage und als letzter Bauabschnitt ein Verwaltungsgebäude anschließen werden. Die neue Brauerei, die auf eine Kapazität von 500 000 hl ausgelegt wurde, erhielt zunächst Produktionsanlagen für 300 000 hl.

Bei einem Aktienkapital von 9,375 Mill. DM, davon 7,5 Mill. DM Prioritäts-Stammaktien und 1,8 Mill. DM Stammaktien, bedeutet der bisherige Investitionsaufwand für die neue Brauerei von über 21 Mill. DM bei 8,4 Mill. DM Abschreibungen einen erheblichen Kraftakt, zumal im laufenden Jahr weitere Sachaufwendungen erforderlich sind, die allerdings unter den 8,5 Mill. DM des Berichtsjahres liegen werden. Wenn dennoch der Hauptversammlung, wie seit 1959, wieder 15 % Dividende auf die Prioritätsaktien und 14 % auf die Stammaktien vorgeschlagen werden, so spricht dies für die gesunde Ertragslage der Gesellschaft. g. g.