Von Eka von Merveldt

Man kann die Kontinente unseres Planeten heute in fünfundvierzig Stunden umfliegen, bald geht es noch schneller, und vielleicht wird eines Tages der amerikanische Slogan: „We did Europe in a fortnight, Pope included“ auf die Welt ausgedehnt. Aber man sollte sich nicht scheuen, gelegentlich vom Flugzeug auf einen Esel umzusteigen und an den großen Halteplätzen unserer Erde sich mehr als nur drei Tage Zeit zu lassen, rät Eka von Merveldt in ihrem Büchlein „Weltreise für Anfänger“. Im Diogenes-Verlag, Zürich, werden ihre Beobachtungen von vielen Reisen, gezeichnet von Paul Flora, in Kürze erscheinen. Wir veröffentlichen daraus ein Kapitel, in dem es um die Frage geht: Warum reisen?

Eindeutige Antworten treffen nie die vieldeutige Wirklichkeit. Weshalb reist man? Man kann als Politiker oder Wissenschaftler unterwegs sein, als Ingenieur oder Spezialist jeder Art, als Reporter, als Bildungsreisender oder einfach als Tourist. Auch Soldaten reisen; die amerikanischen trifft man heute überall, von Europa bis Ostasien.

„Die Leute (in Europa) huschen durch die Straßen, geschäftig, zerstreut, durch ihren Kopf jagen Gedanken und Zweifel; man sieht es innen geradezu an, obwohl es kaum mehr möglich ist, sie fest in den Blick zu fassen – sehen Sie, darum fallen meine Reiter vom Pferd“, das erklärte der italienische Bildhauer Marino Marini bei der Eröffnung einer Ausstellung seiner Werke im Zürcher Kunsthaus. Und er fuhr fort: „Sie vermögen, wie wir alle, ihr Geschick nicht zu meistern.“ Manche Reisende sind auf der Flucht vor sich selbst.

Der Anfänger braucht keinen Grund und keine Ausrede zu suchen. Er will den Stern inspizieren, der sich Erde nennt. Natürlich wird er ein Programm nach seinen Berufsinteressen und seinen Neigungen zusammenstellen.

Wo er anhält und was er sich ansieht, ist nicht nur eine Frage des Geldes und des Reisebüros. Beim Organisieren der Reise sind verschiedene Möglichkeiten zu unterscheiden:

1. Die Weltreise „von der Stange“. Für Anfänger ohne Reiseerfahrung empfehlenswert. Nur keinen Hochmut. Man trifft auf diesen Reisen über große Distanzen oft eine amüsante internationale Gesellschaft. Nicht immer.