Spinnstofffabrik Zehlendorf dividendenreif

Die Spinnstofffabrik Zehlendorf AG, Berlin, das größte Unternehmen der Textilindustrie in der Stadt, ist 1962 nach zweijähriger Zugehörigkeit zur „Familie“ der Farbwerke Hoechst AG, Frankfurt, mündig geworden. Damals hatte sich die Farben-Nachfolgerin dazu entschlossen, rund 60 % von 14,5 Mill. DM Aktienkapital der Berliner Gesellschaft zu übernehmen, die sich seit Jahren in oder nahe der Verlustzone bewegt hatte. Der Grund dafür lag u. a. im internationalen Preisverfall der Zellwolle, des Hauptproduktes der ersten Nachkriegsfertigung, in der Marktferne und der relativ kurzen Kapitaldecke, die eine Umstellung auf eine zeitgemäße Fertigung erschwerte. Mit dem Übergang des Mehrheitspakets auf Hoechst war der Weg frei, um die zuvor begonnenen Investitionen zum Ausbau der Perlonfertigung erfolgversprechend zu steigern.

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, auf 11,5 Mill. DM Stammaktien 5 % zu verteilen. Die Muttergesellschaft, die alle 3 Mill. DM Vorzugsaktien besitzt, begnügt sich dafür vorerst mit der Nachzahlung von je 5 % für die Jahre 1956 bis 1958. gg