Seitdem er auf einer Pressekonferenz im Jahre 1948 erklärte: „Ich bin Kommunist und stolz darauf. Sie können sich alle zum Teufel scheren“, lebte der große amerikanische Negersänger Paul Robeson in der Sowjetunion, das Paradepferd der internationalen kommunistischen Propaganda. Jetzt kehrte er in die USA zurück, um die Zuversicht ärmer, der er seine Karriere und sein Land geopfert hatte: „Seit langem der Ansicht, daß die Minderheiten in der Sowjetunion in Freiheit... lebten, habe ich mich von Tag zu Tag mehr vom Gegenteil überzeugt. Die Juden, die Armenier, gewisse Balkanvölker wurden zwar nicht verprügelt noch auf den Besuch einiger Theater beschränkt, noch gezwungen, in bestimmten Bars zu verkehren (es war vor allem die gesellschaftliche Stellung der Neger in den USA, die ihn damals vertrieben hatte), aber sie wurden gezwungen, die sowjetische Lebensweise anzunehmen. Man sagte ihnen, daß ihre eigene Kultur der neuen, vom Sowjetstaat inspirierten Kultur unterlegen sei. Die einzigen großen Schriftsteller seien sowjetisch. Die westliche Kunst sei dekadent, die westliche Musik ein Skandal. Mir haben sich die Augen geöffnet, als ich eine andere Form der Unterdrückung entdeckte, die um so gefährlicher ist, als sie im Namen, einer vorgeblichen Befreiung geschieht...“ Der Westen wäre falsch beraten, bräche er jetzt in schadenfrohes Triumphgeheul aus: Nach wie vor werden die Neger in den USA diskriminiert. Er sollte das Drama eines Mannes respektieren, der vergeblich Gerechtigkeit gesucht hat. D. Z.