Tischgebet im Flugzeug

Jeder Fluggast der amerikanischen „Continental Airways“ erhält auf dem Tablett, mit dem ihm das Essen serviert wird, ein Kärtchen: „For those who want to say... a table grace.“ Wer also in sechs- oder zehntausend Meter Höhe ein Tischgebet sprechen möchte und keinen Text parat hat, findet auf diesem Kärtchen ein Gebet: eines für Katholiken, eines für Protestanten, eines für Juden.

Was aber machen die Mohammedaner, Buddhisten oder Andersgläubige, die in Amerika unterwegs sind? Glaubt die Gesellschaft, die seien besser vorbereitet? Oder hat man nicht an sie gedacht? Wenn das alles irgendeinen Zusammenhang mit der Qualität des Essens und den Leistungen der Linie hat, dann sollten eigentlich nicht einmal die Ungläubigen ausgeschlossen sein.

Pack die Stulle ein

Die Bundesregierung plant eine Verordnung, die vom 1. September an den „Ladenschluß“ nun auch für Bahnhofs-Kioske gebieten soll. Punkt 22 Uhr sollen dort die Jalousien heruntergezogen werden. Wer später reist, ist selbst dran schuld: Keine heiße Wurst, kein Erfrischungstrunk, keine Zeitung. Reisende packt euch Stullen ein – denn vorerst hat sich noch kein Fortschrittsmensch gefunden, der nun auch die Eisenbahn zwingt, Punkt 22 Uhr zu ruhen. Wer denkt da an Monopol?

Für die deutsche Lady

Es hat lange gedauert. Aber nun will das Deutsche Reisebüro (DER) endlich ein Bedürfnis befriedigen, das offenbar noch ungestillt war. Da gibt es Spezialreisen in die Vereinigten Staaten für deutsche Wurstfabrikanten zu den Schlachthöfen von Chikago, für deutsche Architekten zu den Hochhäusern von Manhattan, für deutsche Industrielle in die Betriebe von Detroit. Und für die deutsche Frau? Die deutsche Frau kann jetzt eine „Lady-Reise“ machen. „Speziell auf die Interessen der Frau abgestellt.“ Fünfzehn Tage lang wird sie Warenhäuser und Schönheitsinstitute besichtigen können, Exkurse über Kindererziehung und Lektionen über die amerikanische Küche anhören müssen. Noch nicht vorgesehen ist eine Besichtigung Jackie Kennedys.