Synthetisches Erbgut

Die synthetische Herstellung biologisch aktiver DNS (Desoxyribonukleinsäure), der Substanz, die für die Übertragung der Erbeigenschaften lebender Organismen von einer Generation zur nächsten verantwortlich ist, gelang jetzt Wissenschaftlern der Universität Wisconsin.

Bisher war es lediglich möglich, Kopien von bereits vorhandenen DNS-Molekülen anzufertigen, die zwar die gleiche chemische Struktur wie ihre Vorbilder hatten, jedoch biologisch unwirksam waren. Im Gegensatz dazu ist die nunmehr von Rose M. Litman und Waclaw Szybalski synthetisierte DNS genetisch aktiv. Die beiden Forscher konnten mit der neuen Substanz bei zwei verschiedenen Bakterienstämmen spezifisch vererbbare Eigenschaften „einpflanzen“, die diese Mikroorganismen vorher nicht besaßen.

Die Möglichkeit, die Bausteine der Gene künstlich herzustellen, in deren molekularem Aufbau die Erbanlagen verschlüsselt sind, eröffnet neue Horizonte in der Biochemie. Zwar haben die amerikanischen Forscher ihre Experimente bisher nur an den primitivsten Organismen, den Bakterien ausgeführt, doch ist ihnen im Prinzip ein großer Schritt auf dem Wege zur Manipulierung des Lebens gelungen.

Intelligenz aus der Pille

Ratten lernen schneller, wenn sie mit der Droge U-9189 gefüttert werden, einem Stoff, der die Produktion der Ribonukleinsäure anregt. Dieses Ergebnis eines an der Universität Michigan durchgeführten Experiments bestätigt die seit einiger Zeit vermutete chemische Natur des Lernprozesses.

Ärzte waren der Maschine nicht gewachsen

Ein Wettkampf zwischen einem Elektronenrechner und zehn Ärzten, bei dem es darum ging, in 123 Fällen aus den dazu vorliegenden Untersuchungsergebnissen ein bestimmtes Herzleiden zu diagnostizieren bzw. auszuschließen, wurde an der Universität Tokio ausgetragen. Die Doktoren wurden samt und sonders geschlagen. Während sie in 75,2 bis 78 Prozent der Fälle die richtige Diagnose stellten, gelang dies der Maschine bei 90,1 von hundert Krankheitsfällen. Selbst als die Mediziner noch zusätzliche Informationen, wie zum Beispiel Röntgenbilder, erhielten, die der Maschine nicht zur Verfügung standen, lag das Elektronengerät mit nur wenigen Punkten hinter den Ärzten.