Im Herbst 1961 bildete sich die bisher Offene Handelsgesellschaft Max Braun in die Braun AG, Frankfurt/Main, um. Das nach dem Ersten Weltkrieg geschaffene und in kurzer Zeit zum Ansehen gelangte Unternehmen wurde durch seine Artikel aus vielen Gebieten der Elektronik und der Photographie rasch bekannt. Der Umsatz der Aktiengesellschaft betrug im ersten Geschäftsjahr rund 104 Mill. DM, einschließlich der zum Teil neuerworbenen Beteiligungsgesellschaften 108 Mill. Das laufende Geschäftsjahr, von dem inzwischen sechs Monate vergangen sind, entwickelte sich günstig. Gegenüber dem Vorjahr wurde eine Umsatzerhöhung im Inland von mehr als 10 % erzielt.

Das recht ausgedehnte Auslandsgeschäft, das heute vor allem über die schweizerische Tochtergesellschaft Braun Electric International-AG, geführt wird, läßt sich ebenfalls erfreulich an. Rationalisierungsmaßnahmen und Investitionen in den vergangenen Jahren tragen ihre Früchte. Die Anlagen haben sich im ersten Geschäftsjahr um nahezu 2 Mill. auf über 13 Mill. DM erhöht. Das Umlaufvermögen nahm beträchtlich, von 45,7 auf 51,1 Mill. DM, zu.

Die liquiden Mittel, vor allem Bankguthaben, sind dabei mit knapp 1,5 Mill. relativ gering. Ihnen stehen überdies auf der anderen Bilanzseite Bankschulden im Betrage von 8,5 Mill. gegenüber. Die Expansion hat also die Finanzen des Unternehmens erheblich beansprucht. Das ist zweifellos der Hauptgrund für die Umwandlung der Familiengesellschaft in eine Aktiengesellschaft. Auf die Dauer wird das Unternehmen mit einem Grundkapital von 12 Mill., das im wesentlichen von der Gründerfamilie aufgebracht wurde, nicht auskommen. Über kurz oder lang muß es an den Kapitalmarkt gehen. Die Braun AG vermag des jedoch nur, wenn sie eine angemessene Dividende bietet. In einem Bericht an die Belegschaft weist die Geschäftsführung auf diese Tatsache hin. Das erste Geschäftsjahr habe den Aktionären eine Dividende von 12% auf das Aktienkapital von 12 Mill. gebracht. Das tatsächlich eingeschossene Kapital repräsentiert aber über 24 Mill. Es wird damit mit weniger als 6 % verzinst. Am Rentenmarkt sei heute mehr zu erreichen. Es müßten, so meint die Geschäftsleitung, in den kommenden Jahren höhere Dividenden als jetzt bezahlt werden. Das Unternehmen wäre sonst für das angestrebte neue Kapital nicht attraktiv. Voraussetzung ist die Sicherung der Konkurrenzfähigkeit, vor allem gegenüber dem Ausland. Die Gehalts- und Lohnfragen müßten unter diesem Gesichtspunkt gesehen werden. Steigen die personellen Unkosten zu schnell und zu stark, dann leidet darunter die Rentabilität. Das Unternehmen wird dann nicht mehr wachsen und wird von der internationalen Konkurrenz überrundet. Im Grunde sind das, was die Firma Braun mit diesen Bemerkungen zum Ausdruck bringt, Sorgen, die die gesamte deutsche Industrie betreffen. Sie gelten einer Entwicklung, die auch sehr tüchtige Unternehmen – und hierzu darf man die Braun AG rechnen – ernsthaft bedrohen.

W. R.

Die Helmut Horten GmbH (Düsseldorf) hat aus den aufgelaufenen versteuerten Gewinnen der Jahre 1960 bis 1962 das Kapital um 70 auf 150 Mill. DM aufgestockt und die freie Rücklage „aufgerundet“. Entsprechend der bisherigen Politik der Gesellschaft habe man unter Verzicht auf Gewinnausschüttung die Erträge zur Stärkung des Fundaments verwendet, heißt es in der Mitteilung der Gesellschaft. Der Umsatz wird für 1962 mit 1,1 Mrd. DM angegeben gegen 950 bzw. 850 Mill. DM in den vorangegangenen Jahren. Damit steht Helmut Horten umsatzmäßig nach Karstadt, Kaufhof und Hertie an 4. Stelle der großen Warenhauskonzerne.