Wer die ersten Seiten des Geschäftsberichts der Kali-Chemie AG, Hannover, liest, stellt sich auf ein Jahresergebnis 1962 ein, das nur mit Mühe und Not die Aufrechterhaltung der seit 1960 gezahlten 12 prozentigen Dividende erlaubt. Es heißt da: „Bei einer gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegenen Gesamtabsatzmenge ging der Absatz infolge von Preiseinbußen im In- und Ausland wertmäßig leicht zurück ... Trotz großer Anstrengungen konnten wir einen Exportrückgang nicht vermeiden. ... Bei verminderter Belegschaft stieg der Personalaufwand; er konnte nur zum Teil durch Rationalisierungsmaßnahmen aufgefangen werden“.

Die Prognose für 1963 enthält ebenfalls überwiegend Moll-Töne: „Die Kostensituation hat sich durch erhebliche Verteuerung unserer Roh- und Brennstofftransporte wegen der lange Zeit zugefrorenen Wasserstraßen sowie durch die wiederum erhöhten Lohn- und Gehaltstarife verschlechtert. Über die Gewinnaussichten für 1963 kann noch keine Voraussage gemachte werden.“

Ohne Zweifel hat sich die Kostensituation 1962 bei der Gesellschaft alles andere als günstig entwickelt. Doch war die Verwaltung immerhin wendig genug, die Folgen soweit abzuwehren, daß in der Bilanz keine Verschlechterung der Ertragslage erkennbar wird, wie der Posten ertragsabhängige Steuern beweist, der auf 8,1 (7,0) Mill. DM gestiegen ist. Für die Dividendenzahlung standen wieder 6,6 Mill. DM zur Verfügung, außerdem sind erneut 0,5 Mill. DM versteuert den Rücklagen zugeführt worden.

Beachtlich ist die ausgezeichnete Bilanzverfassung, die eine fortschreitende Konsolidierung anzeigt. Die Investitionen, die sich „nur“ auf 15 Mill. DM beliefen – statt der ursprünglich geplanten 25 Mill. DM – dienten vorwiegend der Rationalisierung. In Anpassung an die wirtschaftliche Entwicklung wurde die Durchführung einiger Investitionsprojekte hinausgeschoben.

Als befriedigend wurde die Entwicklung der Arzneimittelsparte bezeichnet. Auf dem Inlandsmarkt war der Absatz gut, im Export gab es einige Schwierigkeiten, deren Folgen jedoch durch Absatzsteigerungen auf einigen europäischen Märkten ausgeglichen werden konnte. (Großaktionär der Kali-Chemie: Deutsche Solvay-Werke GmbH, Solingen-Ohligs, die sich wiederum im Besitz von Solvay & Cie, Brüssel, befindet).

–ndt