-ge, Bremen

Eine Werbeagentur für Nordseefischerei hätte das nicht besser machen können. Da wurde dieser Tage in Bremen gemeldet: „In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind in Bremerhaven, dem größten deutschen Fischereihafen, 26 499 563 kg Rotbarsch angelandet worden. Bei einem Durchschnittsgewicht von einem Kilogramm sind es ebensoviele Rotbarsche. Bei einer Durchschnittslänge von 30 cm je Rotbarsch ergäbe es, wenn Rotbarsch an Rotbarsch gereiht wird, eine Rotbarschlinie von 7950 km. Das heißt, fast zehn Rotbarschlinien von Bremerhaven bis München oder zweimal die Strecke von Bremerhaven bis Teheran.“

Wer will behaupten, den Verfasser dieser weltbewegenden Nachricht hätten nicht Phantasie und Liebe zum Objekt beflügelt? So sehr begeisterte sich der Autor, daß er die Rotbarschlinie kurzerhand um 131 Meter verlängerte. Sei’s drum. Diese Meldung unter der Nummer 612 von der Pressestelle des Bremer Senats, verdient wirklich Bewunderung. Und es wäre sicher unhöflich, wollte man fragen, ob die Pressestelle einer Landesregierung, die ihrer Natur nach berufen ist, die Politik der Regierung zu interpretieren und zu popularisieren, hier nicht etwas übers Ziel hinausgeschossen ist.

Eine Versuchung freilich ist fast unwiderstehlich: das Zahlenspiel der Pressestelle fortzusetzen. Etwa nach dem Muster: Wie lang ist die Strecke der Kopf an Kopf gereihten Bremer, die sich alljährlich über die mangelhafte Verkehrspolitik des Senats ärgern? Oder: Wie lang ist je Monat die Liste der überflüssigen, von der Pressestelle eben dieses Bremer Senats veröffentlichten Meldungen?