Die Deutsche Länderbank AG, Berlin–Frankfurt (Main), vormals Hausbank der IG-Farbenindustrie, heute Tochter von Interhandel, Basel, ist ein filialloses Institut. Es betreibt in Frankfurt ein Bankgeschäft, das sich vor allem um die Großkundschaft bemüht. Der größte Teil der fremden Mittel – dies sind 36,4 Mill. DM – kommt von Nichtbanken. Der Anteil der bei Kreditinstituten aufgenommenen Gelder – etwa 15 Mill. – stieg im Berichtsjahr 1962 nur geringfügig. Ein hoher Teil der hereingenommenen Gelder wurde wieder als Kredite herausgelegt. Das Kreditvolumen – von dem 10,5 Mill. auf Indossamente fallen – ist mit 52 Mill. fast genauso hoch wie die Gesamtverpflichtungen. Die reichlich bemessenen eigenen Mittel, sie machen etwa 25 % der Bilanzsumme aus, erlauben dies.

Die Bank ist trotzdem nicht nur sehr liquide, sondern sie verfügt auch über ein stattliches, mit über 34 Mill. zu Buche stehendes Wertpapierdepot. Die knappe Hälfte davon, nämlich 16 Mill., sind Interhandel-Aktien, also Anteile der beherrschenden Gesellschaft. Diese etwas ungewöhnliche Konstruktion stammt aus der alten Zeit. Man wird kaum etwas gegen sie vorzubringen haben, Interhandel-Aktien sind nämlich am Kapitalmarkt gut eingeführt. Es würde kaum Schwierigkeiten bereiten, sofern sich dieses als zweckmäßig erweisen sollte, diese Aktien zu verwerten und dabei stille Reserven zu mobilisieren. Das kostet Steuern, und deshalb denkt niemand daran. Vom Ausgang des bekannten Interhandel-Prozesses wird die Länderbank nicht anders berührt wie jeder andere Aktionär.

Im Berichtsjahr 1962 hat die Bank gut verdient. Der offenen Rücklage wurde ein Betrag von 2,7 Mill. zugewiesen, und auf das Stammkapital in Höhe von 9,7 Mill. wird wiederum eine Dividende von 6 % gezahlt. W. R.