Die Scheidemandel-Motard-Werke AG, Berlin, die – wie bereits angekündigt – der Hauptversammlung am 29. Mai in Hamburg außer der unveränderten Dividende von 15 % eine Kapitalerhöhung von 7,6 um 1,9 auf 9,5 Mill. DM zum Kurs von 150 % vorschlägt, hat 1962 den leichten Umsatzrückgang des Vorjahrs von 40,2 auf 38,7 Mill. DM durch eine Steigerung auf fast 39,7 Mill. DM fast ausgeglichen. Die Exportquote, die 1960 noch 14,1 % betragen hatte, ist mit 10,6 (i. V. 10,4) % fast unverändert geblieben. Wie seit Jahren beklagt der Vorstand den anhaltenden Rückgang der Erlöse infolge des starken in- und ausländischen Wettbewerbs. Durch Ausbau und Rationalisierung wurde aber die Produktion der Hauptartikel so gesteigert, daß die höheren Personalaufwendungen und die geringeren Erlöse nahezu ausgeglichen wurden.

Die Leimfabriken nutzten die Kapazität voll aus und exportierten mehr bei rückläufigen Erlösen. Das in den Fettfabriken produzierte Olein und Stearin wurde vollständig abgesetzt, auch hier war trotz verringerter Rohstoffpreise die Ertragslage noch unbefriedigend. Der Verkauf von Stearinkerzen und Glyzerin nahm weiter zu, jedoch drückte vor allem das Auslandsangebot an synthetischem Glyzerin auf den Ertrag. Im Berichtsjahr wurden 3,1 (3,9) Mill. DM investiert und darauf fast unverändert 2,3 Mill. DM abgeschrieben, darunter befinden sich über 0,3 (0,5) Mill. DM Berlin – Sonderabschreibungen. Zur Straffung der Produktion wurde die Glyzerinanlage von Mannheim nach Offenbach verlegt. Produktion und Absatz haben in den ersten Monaten des laufenden Jahres weiter zugenommen. Die Verwaltung ist skeptisch, ob es wieder möglich sein wird, die steigenden Kosten bei verringerten Erlösen aufzufangen. G. G.