BRAUNSCHWEIG (Kleines Haus des Staatstheaters):

„Wer rettet unseren Ackerknecht?“ von Frank D. Gilroy

Das Erstlingswerk des 37jährigen amerikanischen Film- und Fernsehautors für die Bühne ist von Hans Suhl übersetzt worden. „Ackerknecht“ wurde Albert Cobb wegen seiner Sehnsucht nach dem Landleben von Larry genannt, der ihm an der Front das Leben gerettet hatte. Jetzt will der Freund, todkrank, Trost im Familienglück des „Ackerknecht“ finden. Aber er begegnet der Lebenslüge und der Qual einer Ehe. Nach dem Bericht der Stuttgarter Zeitung arbeitet das neue Stück „unbekümmert mit effekthaschenden Mitteln .. ., durch die Technik der analysierenden Rückblende an Ibsen und Strindberg erinnernd“. In den Hauptrollen: Heiner Ingenlath (als Larry „die interessanteste Figur des Stücks“), Michael Pawlik, Ingeborg Riehl. Inszenierung: Hanno Lunin.

WIESBADEN (Staatstheater): Mai-Festspiele

Nachdem jahrelang die Belgrader Oper bei den Internationalen Mai-Festspielen gastiert hat, holte der neue Intendant Dr. Drese erstmals die tschechische Nationaloper nach Wiesbaden. Sie ist ein großes Institut: zwei Orchester mit zweihundert Musikern, sechzig Solisten ausschließlich tschechischer Nationalität, doppeltes Chor- und Tanzensemble. Von den gastierenden ausgewählten Künstlern wurden zwei einheimische Werke mitgebracht: die auch in Deutschland öfter aufgeführte „Rusalka“ (alias Undine) von Dvorak und die hierzulande unbekannte achte Oper von Friedrich Smetana, „Teufelswand“. Obwohl das Originallibretto kaum zu entwirren sei, empfiehlt Joachim Kaiser in der Süddeutschen Zeitung den deutschen Bühnen, sie sollten sich die umzuarbeitende „Teufelswand“ aneignen um ihres „wahrhaft hinreißend inspirierten zweiten Aktes willen“. Die Tonsprache besitzt „oft das harmonische Niveau des mittleren Wagner..., doch nichts Eklektisches“. Obwohl die Inszenierungen konventioneller waren als sonst in Prag, rühmt Ernst Thomas in der FAZ „den Elan elementaren Musizierens“ unter den beiden Dirigenten Jan Hus Tichy und Bohumil Gregor. „Überragende Einzelleistungen allerdings waren ebenso selten wie das geringste Versagen.“

1955 im Mai wurden die beiden ersten Teile der „Orestie“ von Milhaud und Claudel im Darmstädter Landestheater durch Harro Dicks inszeniert. Beim Setzen unseres Berichts über die Sellnersche Gesamtaufführung in Berlin war in der vorigen ZEIT die Jahreszahl leider ausgefallen. Jac