Von Thomas v. Randow

Der erste Versuch, mit Radioteleskopen den Himmel nach Signalen abzuhorchen, die von außerirdischen Zivilisationen stammen könnten, brachte keinen Erfolg. Das hat jedoch Professor Frank Drake, der vor drei Jahren diese Fahndung nach Lebenszeichen aus dem All durchführte, keinesfalls entmutigt. Mit größeren Antennen und stärkeren Empfangsgeräten will er das Experiment wieder aufnehmen. Inzwischen hat sich eine Reihe von Wissenschaftlern mit dem Problem beschäftigt, wie man einer Signalfolge anmerken kann, ob sie von einem denkenden Wesen verfaßt worden ist, in welchem Code und auf welcher Wellenlänge wir selbst senden müßten, um Bewohnern anderer Sterne von unserer Existenz zu berichten.

Vielleicht haben denkende Wesen, die auf Planeten in fernen Sonnensystemen wohnen, schon seit Jahrmillionen wiederholt Lebenszeichen zu uns herübergesandt, weil ihrer Berechnung nach die Sonne zu den Gestirnen gehört, die eine breite Biosphäre besitzen, also von bevölkerten Planeten umkreist werden können. Vielleicht haben viele jener Wesen ihre Sendungen nach einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten wieder eingestellt, enttäuscht, da die erhoffte Antwort ausblieb, und nunmehr überzeugt davon, daß hier niemand zu Hause ist.

Es mag aber auch sein, daß die Wissenschaftler einer hundert Lichtjahre entfernten Weltraum-Kontaktstation vor hundert Jahren elektromagnetische Wellen in Richtung Erde gestrahlt haben, Signale, die jetzt bei uns eintreffen und die dem Zweck dienen sollen, ein interstellares Gespräch anzuknüpfen.

Die Zahl der Welten, in denen technische Zivilisation entstanden sein können, läßt sich grob abschätzen. Sie müßte allein in der Milchstraße in die Hunderttausend oder Millionen gehen. Doch die Wahrscheinlichkeit, mit der wir Lebenszeichen aus den Tiefen des Kosmos erwarten dürfen, ist unberechenbar. Freilich, diese Wahrscheinlichkeit ist Null, solange wir nicht wenigstens versuchen, nach solchen Zeichen zu fahnden.

Bisher hat es nur eine einzige derartige Fahndung gegeben: das Projekt Ozma, so genannt

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