Manche Leser werden, selbst zu den Menschen gehören, die das dolce fair niente bloß noch in der Badewanne erleben können, die so etwas ist wie eine umgekehrte Insel: aus Wasser bestehend, brechen sich an ihrem Rande die geräuschvollen Stürme des Festlandes. Arnold Gehlen

„Frei wolln wir sein, wie unsre Väter waren..

Für ein neues, „zweisprachiges“, deutsch-sorbisches Volkstheater in Bautzen schlug Intendant Eberhard Sprink (vormals Chefdramaturg in Dresden) den „Wilhelm Tell“ als Eröffnungs-Premiere vor, der ihm wegen seines Aufrufs zur Einigkeit besonders geeignet erscheint. Wie aber, wenn der Beifall an den „falschen Stellen“ käme? Der „Tell“ ist voll davon.

Hammelburger Boykott

Die Abzeichen für das Kuratorium „Unteilbares Deutschland“ (die das Brandenburger Tor zeigen) werden in diesem Jahr im bayerischen Landkreis Hammelburg aller Voraussicht nach nicht zum Verkauf gelangen. Stadtrat Fritz Hohmann, der gegen den Verkauf opponiert, begründete seine Haltung damit, daß Berlin schließlich die Stadt sei, die dem Autor des umstrittenen, den Papst verunglimpfenden Theaterstücks „Der Stellvertreter“ einen Preis verliehen habe. Der geschäftsführende Vorsitzende des Stadt- und Kreiskuratoriums „Unteilbares Deutschland“, Dr. Johannes Bergmann, legte daraufhin sein Amt nieder und fragte in einem Brief bei dem

schäftsführenden Vorsitzenden des Kuratoriums in Bonn, Dr. Schütz, an, ob zwischen dem Erlös aus dem Abzeichenverkauf und dem Preis für Hochhuth irgendeine Beziehung bestehe. In diesem Falle werde er die Haltung des Stadtrats voll und ganz billigen.

Siegfried Lenz auf ungarisch