Schleswig-Holsteinische Westbank, Hamburg-Altona, führt in vielerlei Hinsicht ein Eigenleben. Sie hat kaum Hemmungen, ihre gute Ertragslage auch nach außen zu demonstrieren und sie läßt ihre Aktionäre unbekümmert an den Gewinnen teilhaben. Wie wir schon berichteten, schüttet das stark im bäuerlichen Bereich tätige Institut für 1962 erneut insgesamt 21 % (18 % Dividende und 3 % Bonus) aus. Daneben soll das Grundkapital aus Gesellschaftsmitteln im Verhältnis 10 : 1 auf 9,35 Mill. erhöht werden. Das neue Kapital ist rückwirkend ab 1. 1. 62 dividendenberechtigt, woraus doch wohl geschlossen werden kann, daß man für 1963 trotz der weiteren Berichtigungsaktien mit keiner Dividendensenkung zu rechnen braucht. Daran wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch die „echte“ Kapitalerhöhung von ebenfalls 10 : 1 um 0,85 auf 10,2 Mill. DM nichts ändern, die ebenfalls jetzt von den Aktionären genehmigt werden soll.

Mit berechtigtem Stolz rechnet die Bank im Geschäftsbericht ihren Aktionären vor, daß nach Durchführung der Kapitalerhöhungen ein Daueraktionär des Instituts, der am Währungsstichtag nom. 800 DM (RM 1 000,–) Aktien besaß und alle Bezugsrechte ausgenutzt hat, über einen Nominalbetrag von 1 920 DM verfügt. Geht man von der Annahme aus, daß der Wert der Westbankaktien am Währungsstichtag 100 % betrug – also über dem Börsenkurswert von damals 28 % lag – und rechnet man jene Beträge hinzu, die für den Bezug der jungen Aktien aufgewendet werden mußten, so ergibt sich ein Einstandspreis von 1 160 DM für den jetzigen Besitz an Westbankaktien. Nach dem Dividenden- und Bezugsrechtabschlag – von einem Kurs von 700 % gerechnet – wird der Börsenkurswert dieser 1 920 DM Westbankaktien rund 11 000 DM betragen. An Dividenden hat der Daueraktionär seit der Währungsreform für seine 1 920 DM Aktien insgesamt 2 017,60 DM erhalten. – Es war also eine Freude, Aktionär dieser Bank gewesen zu sein.

K. W.