Die Deutsche Ueberseeische Bank, Berlin-Hamburg, zahlt auch für 1962 wieder eine Dividende von 6 %. Im Reigen der Bankdividenden mutet dieser Satz zwar auf den ersten Blick etwas bescheiden an, wer sich jedoch die Mühe macht, die Bilanz eingehender zu studieren, wird sehr schnell feststellen, daß hier 6 % zwar nicht gerade einen Kraftakt darstellen, aber für die Bank eine beachtliche Leistung sind. Diese Feststellung gilt nicht nur für die Bilanz für 1962, sondern auch für die Jahre zuvor. Daß die Dividende bei dem hauptsächlich in den lateinamerikanischen Ländern tätigen Institut Vorrang hat, geht schon daraus hervor, daß die Rücklagen von 0,9 bei einem Grundkapital von 9 Mill. DM gerade der gesetzlichen Mindesthöhe entsprechen. Auch 1962 bestand offenbar keine Möglichkeit, die offenen Reserven anzureichern. Sicherlich konnte man für die „stillen“ Reserven etwas tun, aber goldene Berge sind hier kaum versteckt worden. An der geringfügigen Zunahme des Steuerpostens um 5,9 % auf 1 Mill. DM läßt sich allerdings die Ertragsstabilität der Bank ablesen. Mehreinnahmen wurden in der Hauptsache deshalb ausgewiesen, um die höheren Personalkosten von 4,9 (4,7) Mill. DM und die auf 3,8 (3,1) Mill. DM gestiegenen Abschreibungen, Wertberichtigungen und Rückstellungen zu decken.

Das Kreditvolumen, von dem über 80 % der Finanzierung von Auslandsgeschäften diente, ist im Geschäftsjahr 1962 um rund 8 % auf 163,6 (178) Mill. DM zurückgegangen. Dieser Abfall ist nach Aussage der Verwaltung in der Hauptsache auf Importrestriktionen und auf die Devisengesetzgebung einiger südamerikanischer Staaten zurückzuführen. Da andererseits die Einlagen leicht zugenommen haben, ist eine Verbesserung der Liquidität zu verzeichnen. Obwohl die Abwertung der argentinischen Währung um rund 40 % nicht ohne Auswirkung auf die insgesamt gute Entwicklung der Filiale Buenos Aires geblieben ist, hat sich das Geschäftsvolumen der Bank kaum verändert. Das ist wohl hauptsächlich der gesteigerten Aktivität der deutschen Niederlassungen zu verdanken. -ndt