Um die französischen Aktien bleibt es still. Aber die Pariser Börse profitiert dennoch nebenher von der Hausse der zahlreich notierten deutschen, amerikanischen und Schweizer Werte. Inzwischen ist nun auch Mannesmann im offiziellen Terminhandel notiert.

Die Nachrichten aus der französischen Wirtschaft lauten nicht schlecht. Die veröffentlichten Jahresabschlüsse und die Ausblicke auf die ersten drei Monate des neuen Jahres zeigen erfreuliche Resultate. Die Gewinnausschüttungen auf die im Vorjahr erhöhten Kapitalien sind, am Volumen gemessen, größer. Für den Aktionär sind daher, im Hinblick auf die ausgegebenen Gratisaktien, die Dividendeneinnahmen wesentlich höher. Ungeachtet der langen Kältewelle und der Streiks steigen die Umsätze auch in diesem Jahr weiter. In den meisten Branchen liegen die Produktionsziffern aber nur wenig höher als im vergangenen Jahr. Doch ist zu bedenken, daß der Expansionsrhythmus 1962 besonders kräftig war.

In letzter Zeit ist nun auch eine bemerkenswerte Besserung im Auftragseingang der Maschinenindustrie festzustellen, die mit Recht als Konjunkturbarometer gilt. Daraus ergibt sich die Schlußfolgerung, daß nunmehr auch die Privatindustrie wieder zu investieren beginnt, nachdem sie gesehen hatte, mit welcher eisernen Konsequenz der Staat an seinen Programmen festhält. Insgesamt ist kein Grund für eine ungünstige Konjunkturprognose zu sehen. Doch gleichfalls ist zu bedenken, daß die Wirtschaft infolge der Erhöhung der Verkehrstarife und der voraussichtlich am 1. Juni anzuhebenden Mindestlöhne einer besonderen Kraftanstrengung bedarf, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Anleger sind deshalb zurückhaltend Neue Aktienkäufe werden nur bei besonders günstigen Gelegenheiten getätigt. An den vorhandenen Beständen wird indessen festgehalten.

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