Obwohl sich die konjunkturellen und strukturellen Verhältnisse vor allem im Bereich der deutschen Seeschiffahrt gegenüber dem Vorjahr nicht gebessert, sondern zum Teil sogar noch verschlechtert haben, ist der Abschluß für 1962 der Deutschen Schiffahrtsbank AG in Bremen von dieser Entwicklung unbeeinflußt geblieben. Das Institut, das größte von fünf Spezialbanken seiner Art in der Bundesrepublik, führt dies auf die weite Streuung seiner Risiken innerhalb aller Schiffahrtszweige und auf die gute Zusammensetzung seines Darlehensbestandes zurück.

Die Entwicklung der Deutschen Schiffahrtsbank war im Berichtsjahr dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das Neugeschäft als auch die Rückflüsse größer als je zuvor waren. Das Geschäftsvolumen nahm um nahezu 31 Mill. DM zu. Darlehen wurden in Höhe von 90,6 (59,2) Mill. DM abgeschlossen. Tilgungen von 61,1 (42,3) Mill. DM standen neue Auszahlungen von 82,6 (64,6) Mill. DM gegenüber. Der Darlehensbestand wuchs um 21,5 Mill. DM auf 361,3 Mill. DM. Die Bilanzsumme beträgt jetzt 387,6 Mill. DM.

Die Ausweitung der Beleihungen des Bremer Instituts erklärt sich im wesentlichen aus der Zunahme an Binnenschiffahrtsdarlehen und aus einigen größeren Auslandsgeschäften. Die Darlehensabschlüsse im Bereich der deutschen Seefahrt haben den Vorjahresbetrag nur knapp erreicht. In der Hochseefischerei wurden sie geringer; in der Küstenschiffahrt lagen sie etwas höher als 1961. Bemerkenswert ist, daß die Tilgungen von 61,1 Mill. DM beträchtlich über dem Soll von 40,3 Mill. DM gelegen haben. Der Grund hierfür ist in dem erheblichen außerplanmäßigen Rückfluß, beispielsweise infolge von Schiffsverkäufen in das Ausland zu sehen.

Zum Wettbewerb im Schiffskreditgeschäft stellt die Verwaltung fest, daß sich dieser weiter verschärft hat. An die privaten Schiffsbanken wurden entsprechend hohe Anforderungen gestellt. Im Neugeschäft war daher die Deutsche Schiffahrtsbank einem starken Druck auf die Konditionen ausgesetzt.

Der Gewinn von 0,81 (0,72) Mill. DM ist auf die Verteilung einer wieder neunprozentigen Dividende auf das von 8 auf 9 Mill. DM erhöhte Grundkapital zugeschnitten. Durch diese Kapitalerhöhung und durch die Stärkung der Rücklagen, die jetzt gleich hoch wie das Aktienkapital sind, erreichte das Eigenkapital 18 (17,5) Mill. DM, so daß sich die Umlaufgrenze für Schiffspfandbriefe auf 360 Mill. DM erweiterte. Am Bilanzstichtag waren davon rund 340 Mill. DM in Anspruch genommen. Im Hinblick auf die Möglichkeit, daß der verfügbare Emissionsspielraum in absehbarer Zeit erschöpft sein kann, beantragte der Vorstand die Verlängerung der in diesem Jahr auslaufenden Ermächtigung zur Ausgabe neuer Aktien bis zu 1 Mill. DM um drei Jahre. Sml