Das Fertighaus ist zu einer Modeerscheinung geworden. Zeitungen, Illustrierte, Funk und Fernsehen haben sich mit ihm beschäftigt – und zwar überwiegend mit seinen unbestreitbaren Vorzügen. Zu kurz gekommen sind dabei die Nachteile, deren es viele gibt. Deshalb mahnte das Vorstandsmitglied Kurt Schmidt von der öffentlichen Bausparkasse Hamburg kürzlich zu einer illusionslosen Beurteilung des Fertighauses.

Abgesehen davon, daß Experten bei einigen Typen ausgerechnet haben, man könne sie in der traditionellen Bauweise zum gleichen Preis oder sogar billiger herstellen, wird man nach keineswegs guten Erfahrungen zu prüfen haben, ob die Prospekte immer mit der später gelieferten Wirklichkeit übereinstimmen. Oftmals wird verschwiegen, daß ein großer Teil des Fertighauses durch örtliche Handwerker errichtet werden muß, ein Kostenfaktor, der im voraus nur schwer zu übersehen ist. Außerdem macht kaum ein Fabrikant auf die hohen Kosten für die Versorgungsanschlüsse usw. aufmerksam.

Die Fertighausbauweise leidet bei uns darunter, daß sich zuviele Firmen als Produzenten betätigen. Es gibt nicht wenige, die nicht mehr als ein Haus in der Woche herstellen können. Dann ist von Rationalisierungseffekten wohl kaum noch die Rede. Aber es kommt noch etwas hinzu. Wer ist sicher, daß eine Firma so lange existiert, wie eventuelle Mängelrügen angebracht werden können? Der Interessent für ein Fertighaus sollte sich deshalb tunlichst auch für die finanzielle Basis der Hersteller interessieren, die offensichtlich bemüht sind, ihre Investitionen möglichst rasch zu amortisieren, weil sie nicht wissen, wie lange die Fertighaus-Welle noch über die Bundesrepublik hinwegspült.

Schmidt machte, um zu einer vernünftigen Lösung dieser Probleme zu kommen, einen Vorschlag, der – weil er geradezu ideal anmutet – allerdings kaum Aussicht auf Verwirklichung hat. Er meinte, daß alle im Realkredit tätigen Institute ein Fertighaus-Unternehmen ins Leben rufen sollten mit der Aufgabe, unter Mitwirkung der besten Architekten zwei Fertighaus-Typen zu entwickeln. Diese könnten dann in großer Serie produziert werden. Auf diese Weise käme man zu einer echten Verbilligung. Viele Beleihungsprobleme würden sich lösen, weil man ja der Firma sicher ist und auch die Gewähr hat, mit wirklichen Qualitätsobjekten zu tun zu haben.

K. W.

Wenn die öffentliche. Bausparkasse Hamburg im Geschäftsjahr 1962 beim Vertragsneuzugang von 154 (180) Mill. DM einen Rückgang zu verzeichnen hatte, dann sind daran nach Ansicht ihres Vorstandes nicht nur die Kuba-Krise sowie die Diskussionen über die Konjunktur-Dämpfung schuld, sondern ebenso die großen Insolvenzen im vergangenen Jahr. Inzwischen ist das Geschäft jedoch wieder bemerkenswert lebhaft, geworden. Der Vertragsbestand belief sich Ende 1962 auf 1062 (922) Mill. DM.