Josef Müller-Marein: „Kein ,Fall Paczensky’?“ ZEIT Nr. 20

Es ist kein Zufall, daß die „Panorama“-Sendungen die gleiche Funktion ausüben wie der „Spiegel“: gegen die herrschende, konformistische politische Meinung anzugehen und Kritik zu üben. Sie üben damit eine Funktion aus, die zu den „essentials“ einer Demokratie gehören.

Natürlich – so wird man sagen – besteht zwischen der „Spiegel“-Affäre mit dem dabei zutage tretenden Verhalten der beteiligten Regierungsbehörden und dem Parlamentsstil einer Partei keinerlei Verbindung. Wenn dem so wäre, dann ist der Fall Paczensky „nur“ ein Skandal mehr. Aber selbst die Benutzung des Wortes Skandal setzt voraus, daß irgendwo etwas normal sei... Robert A. Gottwald, St. Antony’s College, Oxford

*

Sind wir doch ehrlich, die Panorama-Sendung versprach Analysen und Meinungen und bot bisher nur sehr einseitige, oft recht geschmacklose und bewußt falsche „Meinungen“. Dafür Herrn Paczensky monatlich 4500 DM zu zahlen, heißt, daß mit dem Gelde der Fernsehhörer äußerst leichtsinnig umgegangen wurde. Herr Paczensky kann sich dieses Geld doch in Pankow abholen! Dort findet er den meisten Beifall!

Otto Kremer, Limburg

Daß die Themen, die Paczensky anschnitt, manchmal nicht als Schlafmittel wirkten, das verstieß doch schließlich gegen ein Gesetz. Gegen das Gesetz derer, die sich unbedingt mit den Mängeln in unserem Rechtsstaat identifizieren wollen. Hans Basekow, Siegen