oder Sprungbrett für China?

Mit den Kommunisten also hat der General Nasution, zweiter Mann im indonesischen Inselreich, „nicht viel im Sinn“. Daß er, Chef einer wohltrainierten und strafforganisierten Armee, keinen Augenblick zögern würde, mit aller Härte gegen jeglichen kommunistischen Aufwiegelungs- oder Putschversuch einzuschreiten – daran hat er in unserem Gespräch keinen Zweifel gelassen.

Wie aber denkt Nasution über die indonesische Außenpolitik?

„Unsere politischen Beziehungen nach außen werden weiterhin gespannt bleiben, da wir als antikolonialistischer Staat stets den Freiheitskampf wo auch immer unterstützen werden. Das gilt natürlich besonders für Südostasien. Im kalten Krieg zwischen Ost und West werden wir unsere freie und aktive Politik fortsetzen und unsere Eigenständigkeit wahren gegenüber allen Einfangversuchen von der einen oder der anderen Seite.“

Diese knappe Bemerkung charakterisiert, scheint mir, diesen Mann aufs deutlichste. Die entscheidende Phase seines Lebens waren jene Jahre, da er die indonesischen Rebellenverbände anführte im Krieg gegen die Hollänländer, die hartnäckig ihren Kolonialbesitz verteidigten. Kann es da wundernehmen, daß für ihn Begriffe wie „antikolonialistisch“ und „Freiheitskampf“ mehr sind als abgegriffene Vokabeln aus der Ideologie-Litanei des Ostens? Wer das versteht, wird aber wohl auch den Anspruch auf die Unabhängigkeit zwischen Ost und West nicht als ein pures Lippenbekenntnis abtun.

Nasution – eigenwillig, wie er ist – darf mit solcherlei Bemerkungen als Sprecher der indonesischen politischen Führungsschicht betrachtet werden. Sie hat erlebt und erkämpft, was sie ihre „Revolution“ nennt, und sie fest davon überzeugt, daß alle ehemals kolonialen Länder nur darin zu wahrer Unabhängigkeit und Stabilität gelangen können, wenn sie durch eine ähnliche Revolution gegangen sind. Freiheit also ist Kampf, nicht Geschenk.

Damit sind wir bei der Frage, die die Indonesier derzeit mehr bewegt als alle ihre wirtschaftlichen Nöte, ihre innenpolitischen Schwierigkeiten. Es ist die Frage Malaysia.