Neulich traf ich meinen alten Freund Maximilian Schultze, den Starphotographen. Das heißt: er ist kein Star unter den Photographen, sondern photographiert vorzugsweise Stars. Als ich ihn da so vor einem Espresso sitzen sah, machte er einen ziemlich verzweifelten Eindruck.

Was ist denn, Max?“ sagte ich und packte ihn kameradschaftlich an der Schulter.

„Ich kann nicht, mehr“, erwiderte er und konnte offenbar wirklich nur noch seine Tasse zum Mund heben, „und ich will nicht mehr“, fügte er hinzu.

„Na hör mal!“ entrüstete ich mich. „Was hast du zu klagen? Du hast eine reizende Frau, zwei nette Kinder, die hübsche Wohnung, einen interessanten Beruf...“

„So? Den will ich gerade an den Nagel hängen.“

„Nanu? Wo du doch so viele bemerkenswerte Menschen triffst, diese Stars zum Beispiel, die stelle ich mir...“

„Bitte, bitte...“, beschwor er mich, „die sind es doch, die mir den ganzen Beruf verleiden. Lieber will ich mein Leben lang Eisenbahnschienen photographieren als weiter Stars.“