In den Bilanzen der deutschen Schiffsbanken findet die Krise der Seeschiffahrt nicht statt! Dank einer breiten Streuung der gewährten Schiffshypotheken und dank einer sorgfältigen Auswahl der beliehenen Objekte ist dafür Sorge getragen, daß diese Krise, die übrigens nur einen Teil der deutschen Reeder berührt, nicht bis zu den Schiffspfandbriefen durchschlägt. Die „Mündelsicherheit“ ist also nicht in Gefahr.

Dem Geschäftsbericht für 1962 der Deutschen Schiffsbeleihungs-Bank AG, Hamburg, ist zu entnehmen, daß die Reeder alles getan haben, um ihren Verpflichtungen gegenüber den Finanzierungsinstituten nachzukommen. Die Rückstände an Zins- und Tilgungsbeträgen sind im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Geschäfts geringfügig. Soweit das Alter der Schiffe und die Qualität der Unternehmen es zuließen, hat die Bank durch Abänderung der Tilgungspläne Hilfestellung gegeben. Was für die Seeschiffahrt gilt, trifft auch für die Binnenschiffahrt zu, der die Bank im vergangenen Jahr ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet hat. Hier hält die lebhafte Investitionstätigkeit an und führt zu einem verstärkten Kreditbedarf. Bei den Küstenschiffen wird mit einer regen Neubautätigkeit gerechnet, da die Beschäftigungsmöglichkeiten für moderne Fahrzeuge noch ausgeweitet werden können.

Die eingeschränkte Neubautätigkeit im Seeschiffsbereich hat zu einem härteren Wettbewerb der Finanzierungsinstitute auf den verbliebenen „Märkten“ geführt. Die daraus resultierenden gedrückten Konditionen sind auch der Grund für die rückläufigen Erträge. Trotz des gestiegenen Geschäftsvolumens konnte die Bank 1962 den Rücklagen nur noch 0,8 (1,5) Mill. DM zuführen. Die Dividende ist mit 9% auf das eingezahlte Grundkapital von 8 Mill. DM unverändert geblieben. K. W.