Bewachter Urlaub

Nur wenige der 17 Millionen Deutschen in der Sowjetzone können sich ihren eigenen Urlaubsplatz wählen und mit Familienangehörigen verbringen. Im Innern werden die von der Gewerkschaft beschlagnahmten Ferienplätze in Hotels, Gasthäusern, Pensionen und Privatquartieren nur mit Ferienschecks von den Betrieben verteilt. Aber auch die Auslandsreisen in andere Länder des Ostblocks werden immer genauer überwacht. Nur zusammengestellte Gruppen dürfen fahren, außerdem sollen in diesem Jahr Begegnungen mit westdeutschen oder ausländischen Verwandten in Ungarn, Rumänien oder Bulgarien ganz und gar vereitelt werden. Die früher so laut propagierten Paradereisen der staatlichen Urlauberschiffe ins westliche Ausland finden nach der Massenflucht von Passagieren und Matrosen nur noch an kommunistische Nachbarküsten statt.

Luxusversteck für jeden

In Afrika dringen die Touristen weiter vor. Jetzt hat der exklusive Mount Kenya Safari Club in 2000 Meter Höhe direkt am Äquator seine Türen den Reisenden geöffnet, die mit der AMEXGO (American Express Company) kommen. Dieses Luxusversteck im Dschungel, das 1959 von dem Schweizer Industriellen Hirschmann, dem Filmstar William Holden und dem ölmagnaten Rya Rya gegründet worden ist und über jedes Hollywood-Raffinement vom Golfplatz bis zum türkischen Bad verfügt, ist jetzt also nicht mehr nur königlichen Jägern wie dem Prinzen der Niederlande zugänglich, sondern jedermann – sofern er über genügend Geld verfügt.

Sittenstrenger Flughafen

Männer, die sich als Humbert Humbert fühlen und mit minderjährigen Mädchen reisen, werden auf dem holländischen Flugplatz in Amsterdam-Schiphol scharf beobachtet. Dort holte die Polizei vor einigen Tagen die bildhübsche 19jährige Carolina Hobema aus der bereits startklaren Maschine und von der Seite des französischen Filmstars und Chansonsängers Charles Aznavour. Die Beamten hatten telephonisch von den Eltern erfahren, daß sie nichts von der Reise ihrer Tochter wußten.